Kurz erklärt

E wie eRezept

Abends noch schnell Tickets für das Kino buchen und dann an der Kasse abholen? Das ist längst Alltag. Schwerer ist dies bei der Abholung von rezeptpflichtigen Medikamenten.


Zumindest in Deutschland. Der Arzt stellt das Rezept auf Papier aus, der Patient bringt es zu seiner Apotheke, händigt es dem Apotheker aus, welcher im schlimmsten Fall das Medikament bestellenmuss.Der Patient sucht die Apotheke erneut auf und erhält schließlich das Medikament. Dass hier Modernisierungsbedarf besteht, hat mittlerweile die Bundesregierung erkannt und möchte mit dem Gesetz fürmehr Sicherheit in der  Arzneimittelversorgung (GSAV) das eRezept einführen. Zwar steht die Veröffentlichung des Gesetzes im Bundesgesetzblatt noch aus, jedoch wurde es sowohl von Bundestag als auch Bundesrat bereits beschlossen.

Doch was hat es mit dieser „Revolution“ auf sich?Mit der Veröffentlichung des Gesetzes bekommen die Selbstverwaltungspartner (Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband) sieben Monate Zeit, die notwendigen Regelungen zur Verwendung des eRezeptes zu schaffen, sodass frühestens ab Frühjahr 2020 elektronische Verordnungen für apothekenpflichtige Medikamente eingelöst werden könnten. Perspektivisch sollen ebenfalls Betäubungs- und Hilfsmittelverordnungen in die Struktur eingebunden werden. Bis Mitte des
nächsten Jahres hat die Gematik die Voraussetzungen zur elektronischen Übermittlung der notwendigen Daten zu schaffen. Hervorzuheben ist dabei, dass kein direkter Kontakt zwischen Patient und Arzt stattfindenmuss, um das Rezept auszustellen.

Erste Modellprojekte

Aktuell existieren mehrere Umsetzungsmodelle des eRezeptes.Modellprojekte in Hamburg sowie Baden-Württemberg weisen dabei auf erste Ausgestaltungsmöglichkeiten hin. In Hamburg hinterlegt der Arzt das eRezept in einer Erweiterung der Arztpraxis-Software, auf welches der Patient in seiner App zugreifen kann. Teilnehmende Apotheken können das Rezept per QR Code scannen und das Medikament ausgeben. Beim Modellprojekt in Baden-Württemberg kann der Patient ab November über seine App das erhaltene Rezept entweder einer Apotheke im Voraus zuweisen oder diese vor Ort darauf zugreifen lassen.

Ebenfalls ist eine Benachrichtigung des Patienten geplant, wenn sein Rezept abholbereit ist. Während die Daten inHamburg beimArzt liegen, werden die Daten in Baden-Württemberg auf der eRezept-Plattform gespeichert. Echte Videosprechstunden und eine damit verbundene beschleunigte Arzneimittelversorgung werden ermöglicht, da eine Abholung des Rezeptes beim Arzt entfällt. Unnötige Doppelbesuche bei der Apotheke entfallen.

Aktuell existieren mehrere Umsetzungsmodelle des eRezeptes.Modellprojekte in Hamburg sowie Baden-
Württemberg weisen dabei auf erste Ausgestaltungsmöglichkeiten hin. In Hamburg hinterlegt der Arzt das eRezept in einer Erweiterung der Arztpraxis-Software, auf welches der Patient in seiner App zugreifen kann. Teilnehmende Apotheken können das Rezept per QR Code scannen und das Medikament ausgeben. Beim Modellprojekt in Baden-Württemberg kann der Patient ab November über seine App das erhaltene Rezept entweder einer Apotheke im Voraus zuweisen oder diese vor Ort darauf zugreifen lassen. Ebenfalls ist eine Benachrichtigung des Patienten geplant, wenn sein Rezept abholbereit ist. Während die Daten in Hamburg beimArzt liegen,werden die Daten in Baden-Württemberg auf der eRezept-Plattform gespeichert. Echte Videosprechstunden und eine damit verbundene beschleunigte Arzneimittelversorgung werden ermöglicht,
da eine Abholung des Rezeptes beim Arzt entfällt. Unnötige Doppelbesuche bei der Apotheke entfallen.

Nicht nur in Deutschland wird viel über das eRezept diskutiert, im europäischen Umfeld haben bereits 17
Länder ein elektronisches Rezept eingeführt. Im Rahmen der EU-Strategie zu Gesundheit und Pflege ist weiterhin geplant, dass Apotheken in Zukunft EU-weit eRezepte über eine gemeinsame Infrastruktur abrufen können. Wann dies in Deutschland möglich seinwird, bleibt offen. Jedoch zeigen die Digitalisierungsvorreiter Finnland und Estland hierzu bereits erste Unternehmungen. Schon heute können finnische eRezepte in Estland eingelöst werden.

Autor: Stefan Friedrich, Partner, Gesundheitswirtschaft, KPMG AGWirtschaftsprüfungsgesellschaft
sfriedrichNO SPAM SPAN!@kpmg.com