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Axel Bindewalt, 50, Head of Healthcare, KPMG AG Deutschland


Welche Ihrer Vorzüge werden verkannt?

Ich bin ein ergebnisoffener Mensch. Was bedeutet: Ich bin offen für Anregungen, bereit für Diskussion und  lasse mich durchaus auch mal eines Besseren belehren. Dabei sind mir die Argumentation und der  Austausch auf Augenhöhe wichtig. In dem Zusammenhang gebe ich zu: Ich kann schon sehr ungeduldig sein, weil ich persönlich mit viel Energie in alle Themen gehe und mir die Schnelligkeit der  Aufgabenerledigung am Herzen liegt – aber nicht auf Kosten der Qualität.

Was war Ihre größte Fehlentscheidung und was haben Sie daraus gelernt?

Berater in der Gesundheitswirtschaft zu werden und nicht Profifußballer. Scherz beiseite: Ich bin kein  Mensch, der gerne zurück schaut, natürlich mache ich auch Fehler. Und sicherlich hätte ich in der einen  oder anderen Situation geduldiger oder diplomatischer sein können und auch mal herzlich lachen können,  statt zu schnell eine kurz angebundene E-Mail zu schreiben. Aber immerhin stellen sich dadurch auch  Lerneffekte ein. Das Wochenende gibt mir oft Zeit zum Reflektieren der vergangenen Woche und  zum Planen der künftigen Woche. Mit Abstand lässt sich die eine oder andere Situation besser aufarbeiten.

Welches politische Projekt sollte schnell umgesetzt werden?

Die sektorenübergreifende Versorgung. Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) und dem  Terminservice-Versorgungsgesetz (TSVG) sind wir schon auf einem guten Weg. Gerade aus meiner  Erfahrung als Berater, der bei Kostenträgern und Leistungserbringern unterwegs ist, wird immer deutlicher:  Wir brauchen eine vernetzte, intelligente Versorgung (nicht nur bezogen auf die ePa). Akteure  müssen mehr miteinander reden, Versorgung muss als ein Strang gedacht werden und nicht als gestückelter Prozess mit zig verschiedenen Anmeldeprozeduren und Behandlungsdokumentationen. 

Was ertragen Sie nur mit Humor?

Profilneurotik und Egoismus. Gerade wir Berater und Prüfer arbeiten oftmals in Teams zusammen. Da  lautet die Devise immer: Zusammen ist man stärker. Ich bin ein großer Fan der ehrgeizigen Teamarbeit und einer offenen Kommunikation. Alleingänge beäuge ich sehr skeptisch und versuche dann vom  Miteinander zu überzeugen. Oft hilft ein Lächeln, Humor ist in solchen Situationen immer ratsam. 

Wie können Sie am besten Stress abbauen?

Wenn ich mich auspowern will und Dampf ablassen muss, gehe ich eine große Runde laufen. Wenn ich den  Kopf frei bekommen will, liebe ich ausgedehnte Spaziergänge, zum Beispiel in den Niederlanden am  Strand. Außerdem spiele ich, sofern es die Zeit zulässt, sehr gerne Golf. In der Natur kann ich gut  abschalten und mal meinen kreativen Gedanken freien Lauf lassen. Nach so einer Auszeit starte ich oftmals wieder mit vielen neuen Ideen in den Arbeitsalltag. 

Quelle: KU Gesundheitsmanagement 12/2019