Klinikum Dortmund legt in neuer Vorsorge-App virtuellen Dickdarm über die City

Dortmund. Teile der Dortmunder Innenstadt sind seit wenigen Tagen von einem gewaltigen, virtuellen Dickdarm überzogen.

Quelle: www.klinikumdo.de


Wer in dieser Zone, die aus der Luft betrachtet wie ein großer Dickdarm aussieht, an markierten Stellen die neue Vorsorge-App „Mono-Polyp“ einschaltet, befindet sich quasi mitten im Darm und kann dort Polypen, also gutartige Vorstufen von Darmkrebs, entfernen. Mit der ungewöhnlichen Idee möchte das Klinikum Dortmund gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit auf das Thema Darmkrebs aufmerksam machen. „Ernährung und Lebensstil spielen nämlich neben erblicher Vorbelastung eine wichtige Rolle für das Darmkrebs-Risiko“, erklärt Marc Raschke, Leiter der Unternehmenskommunikation im Klinikum Dortmund.

 

Die kostenlose App basiert auf Augmented Reality, also einer Technik, bei der virtuelle Elemente über das Smartphone-Display in der realen Welt sichtbar werden. „Diesen Effekt kennen sicherlich viele Handy-Nutzer von dem Spiel Pokémon GO. Wir wollten dies aber nutzen, um neue Zielgruppen auf das Thema Darmkrebs hinzuweisen“, so Raschke. Neben der Darm-Zone in der Dortmunder Innenstadt gibt es auch Polypen-Nester vor den Praxen niedergelassener Gastroenterologen. „Bei den niedergelassenen Fachkollegen, mit denen unser Darmzentrum übrigens sehr gut zusammenarbeitet, sollte auch die Vorsorge-Darmspiegelung erfolgen“, erklärt Raschke.

 

Einen Polypen übersehen kann tödlich werden

 

Wer die App kostenlos aus dem App-Store von Apple herunterlädt, kann sich neben einer Anleitung und einem Trainingsmodus auch Infos zur Darmkrebsvorsorge durchlesen, bevor es zur eigentlichen Polypen-Jagd kommt. „App-Nutzer müssen auf der virtuellen Karte mit ihrem Smartphone in die Nähe von Polypen kommen. Dann können sie quasi den Darm öffnen und sehen Polypen neben, unter, über und hinter sich“, erklärt Raschke. Ziel ist es, die Polypen innerhalb einer gewissen Zeit abzuschießen, bevor sie in die Darmwand einwachsen und zu einem Tumor werden. „Wichtig ist es, keinen zu übersehen, denn schon einer kann tödlich werden. So kamen wir übrigens auch auf den Namen: Mono-Polyp“, erklärt Raschke. „Wer außerhalb der Dortmunder Innenstadt die App bedienen möchte, kann sich immerhin in einem „Training“ von Mono-Polyp überzeugen.“

 

Quelle: www.klinikumdo.de