Klinikum Chemnitz setzt auf emissionsfreien Verkehr

Chemnitz. Im Klinikum Chemnitz wird Elektromobilität künftig eine größere Rolle spielen. Seit kurzem ist für den innerbetrieblichen Transport ein Elektrofahrzeug in Betrieb.

Jens Lämmel und Ronny Schröter © Kreißig / Klinikum Chemnitz


Ein VW e-up! wird im innerbetrieblichen Verkehr zwischen den Klinikkomplexen Flemmingstraße und Bürgerstraße/Küchwald eingesetzt.

 

Da die Technologie stabil funktioniert, möchte die Klinikleitung, dass Patienten, Besucher und Mitarbeiter täglich vom emissionsfreien Verkehr im Klinikumsgelände profitieren, so Dirk Balster, Kaufmännischer Geschäftsführer der Klinikum Chemnitz gGmbH, zu dieser Investition. Das Elektroauto wird in erster Linie für den Transport von Medikamenten, kleinerer Medizintechnik, Verbrauchsmaterial und Post eingesetzt. Im Alltag sind gut 130 Kilometer Reichweite mit dem e-up! realistisch. Abends kommt das Fahrzeug an eine spezielle Steckdose im Fuhrparkhof und ist am frühen Morgen voll aufgeladen.

 

Das Klinikum war bereits vor acht Jahren Vorreiter beim Einsatz der Technologie und nutzte das Kleintransportermodell Eco Carrier des neuen Kleinserienherstellers EcoCraft Automotive. „Allerdings waren die Batterien damals nicht standfest genug, und wir mussten die Testphase schließlich abbrechen“, erinnert sich Fuhrparkchef Jens Lämmel von der Klinikumstochter KCLW, in der die Fahrzeugflotte für das Mutterhaus konzentriert ist. Die Anschaffung des e-ups habe nichts mit der gegenwärtigen Diesel-Problematik zu tun. „Uns war schon länger klar, dass diese Entwicklung nicht aufzuhalten sein wird und haben den Markt immer beobachtet. Als Großunternehmen sollte man dann auch vorangehen und nicht zu spät einsteigen“, so der erfahrene Fuhrpark-Manager.

 

Einschränkungen im Betrieb des e-up! gibt es praktisch keine, da eine Elektroladung für mindestens einen normalen Arbeitstag genügt und die Nutzlasteinschränkung bei der üblichen Zuladung keine Rolle spielt. Allerdings lässt sich der deutlich höhere Anschaffungspreis für den VW e-up! im Vergleich zum Benziner durch Kosteneinsparungen beim Treibstoff Strom, der zehnjährigen Steuerfreiheit oder durch weniger Verschleißreparaturen als bei Benzinern oder Dieselfahrzeugen noch nicht hereinfahren. Unabhängig dieser Tatsache ist bereits mit einem Smart forfour electric drive ein zweites Fahrzeug bestellt, das im Chemnitzer Stadtgebiet eingesetzt werden wird. Neue Technologien seien am Anfang immer etwas teurer, das müsse man akzeptieren. Aber die Erfahrungen, die jetzt im täglichen Einsatz gesammelt werde, würden sich später auszahlen: für die Menschen, für die Umwelt und vermutlich auch bei den Betriebskosten, so Lämmel

 

Eine vollständige Umstellung des Klinikumsfuhrparks, der gegenwärtig aus 40 PKW, 10 Krankentransportwagen, 15 Transportern und 10 LKW besteht, auf Elektrofahrzeuge sei in den nächsten Jahren unrealistisch. Man setze zahlreiche Fahrzeuge zum Patienten- und Materialtransport und LKW für schwere Lasten wie medizinische Verbrauchsgüter ein. Hier gebe es auf dem Markt aktuell keine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Alternative zum Diesel, so Lämmel. Wenn die Hersteller von Elektrofahrzeugen realistische Angebote für diese Fahrzeugklassen machen würden, die Reichweite der Fahrzeuge erhöht werde, die Ladezeiten verkürzt und die Infrastruktur hinsichtlich flächendeckender Ladestationen verbessert werde, dann werde man sich diese Angebote auf jeden Fall näher ansehen.

 

Quelle: Pressemitteilung