Kliniken finanzieren die künftigen Zuschläge selbst

München. Krankenhausgesellschaft stellt falsche Interpretation klar.

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„Die 400.000 Euro, die die 119 Kliniken in ländlichen Regionen Deutschlands, davon 15 in Bayern, erhalten werden, sind kein zusätzliches Geld.“ Dies stellte die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) gestern klar.

„Schön wär’s gewesen. Leider bringen die Krankenhäuser das Geld selbst auf“ kommentierte BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein anderslautende Meldungen, die in den letzten beiden Tagen kursierten.
Er erläutert, wie dieser Zuschlag zustande kam. Im Jahr 2013 wurde als finanzielle Nothilfe für die Krankenhäuser in Deutschland ein Versorgungszuschlag in Höhe von 500 Mio. Euro eingeführt. Mit dem Pflegestärkungsgesetz (PpSG) sollte dieser Zuschlag, der zwischenzeitlich in Pflegezuschlag umbenannt wurde, ab 01.01.2020 gestrichen werden. Erst nach heftigen Protesten der Kliniken und langen Verhandlungen kam ein Kompromiss zustande.

Danach verbleibt die Hälfte, also 250 Mio. Euro bundesweit bei den Kliniken. Davon wiederum werden nunmehr genau 47,6 Mio. an 119 Krankenhäuser ausgeschüttet, die die Fachbereiche Innere Medizin und Chirurgie oder Geburtshilfe in dünn besiedelten Räumen anbieten. Die restlichen 250 Millionen Euro gehen den Kliniken verloren.

Für die bayerische Krankenhausversorgung heißt dies, dass von ursprünglich rd. 70 Mio. Euro finanzieller Unterstützung ab 2020 insgesamt nur noch die Hälfte, ca. 35 Mio. Euro, zur Verfügung stehen. Davon fließt in 15 Kliniken der neue Zuschlag in Höhe von je 400.000 Euro.

„Es kann keine Rede davon sein, dass für die Versorgung im ländlichen Raum zusätzliche Mittel bereitgestellt werden. Im Gegenteil, unterm Strich fehlt der Krankenhausversorgung in Bayern mit 35 Mio. Euro die Hälfte des früheren Zuschlags; bundesweit fehlen 250 Mio. Euro“ stellt Hasenbein klar.

Quelle: www.bkg-online.de