Katholische Kliniken Lahn GmbH plant Neuaufstellung mittels Sanierungsverfahren

Nassau/Bad Ems. Die Katholische Kliniken Lahn GmbH hat am 12.11. Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

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Das Amtsgericht Montabaur ordnete dazu die vorläufige Eigenverwaltung unter der bisherigen Geschäftsführung an. Dabei wurde Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert zum vorläufigen Sachwalter bestimmt. Der Schritt war für die Gesellschaft unumgänglich, um künftig weiter am Markt bestehen zu können.

 

Der seit Anfang Oktober bestellte Interims-Geschäftsführer Dr. Jan Schlenker, der mit seinem Team der Borchers & Kollegen Managementberatung die Geschäfte führt:

 

„Die derzeitigen gesundheitspolitischen Entwicklungen auf Bundesebene mit ihren Auswirkungen für kleinere Häuser zwingen uns neu zu denken und die Einrichtungen auf besser strukturierte und wirtschaftlich nachhaltige Fundamente zu stellen. Daher haben wir uns entschieden, unsere Restrukturierung in Form einer Eigenverwaltung anzugehen. 

 

Mit dem Land stehen wir diesbezüglich in intensivem Kontakt, um eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung herbeizuführen.“ Schlenker weiter: „Uns ist dabei wichtig, die Öffentlichkeit über alle wesentlichen Schritte zu informieren.“ Schlenker betont, dass die Anordnung der Eigenverwaltung keinerlei Auswirkungen auf den laufenden Klinikbetrieb hat. „Es ist sichergestellt, dass wir unsere Patienten auch weiterhin vollumfänglich an beiden Standorten behandeln und wir unseren Versorgungsauftrag erfüllen.“ 

 

Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert ist nun der vorläufige Sachwalter der Katholischen Kliniken Lahn GmbH und fungiert damit als eine Art Aufsichtsrat. Er ist langjähriger Sanierungsexperte mit Erfahrungen im Klinik-Sektor. „Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist immer auch mit großen Chancen für den Träger und die Häuser verbunden. Es steht eine große Aufgabe vor uns, bei der ich aber zuversichtlich bin, dass die Gesellschaft langfristig gestärkt hervorgehen kann,“ erläutert er. 

 

Die Katholische Kliniken Lahn GmbH wird im laufenden Verfahren von den Rechtsanwälten Stefan Denkhaus und Friedemann Schade beraten. Beide Anwälte haben für das Verfahren von der Geschäftsleitung eine Generalvollmacht erhalten. Stefan Denkhaus sagt: „Der nun beschrittene Weg ist der richtige, um den Betrieb erfolgreich zu sanieren. Gut ist hierbei auch, dass mit Herrn Dr. Schlenker der bisherige Geschäftsführer mit all seiner Erfahrung weiter an Bord ist.“ Die Anwälte haben mit Dr. Schlenker sowie Dr. Eckert bereits erste Maßnahmen eingeleitet, um die Gesellschaft auf neue Beine zu stellen. „Wir sind mit unserer Erfahrung im Bereich der Eigenverwaltung überzeugt, dass wir uns auf einem für alle Beteiligten guten Weg befinden. Selbstverständlich werden wir dazu die kommenden Wochen auch mit weiteren Trägern sprechen,“ fügt Rechtsanwalt Friedemann Schade hinzu.

 

Tangiert von der Insolvenz ist ausschließlich die Katholische Kliniken Lahn GmbH mit Standorten in Bad Ems und Nassau. „Um es klarzustellen: Das St. Elisabeth Krankenhaus Lahnstein, dessen Geschäftsführer ich ebenfalls bin, ist von dem Eigenverwaltungsverfahren nicht betroffen. Auch das MVZ Mühlbachtal sowie das MVZ Lahntal sind nicht betroffen, da sie zum St. Elisabeth Krankenhaus gehören,“ so Dr. Jan Schlenker.

 

Der Patientenbetrieb wird uneingeschränkt aufrechterhalten. „Wir werden für alle unsere Patienten ein verlässlicher Versorger und für sämtliche Lieferanten ein zuverlässiger Geschäftspartner bleiben,“ betont der Geschäftsführer. Die 250 Mitarbeiter der Häuser sind über die Situation und das weitere Vorgehen in einer Betriebsversammlung informiert worden und werden künftig über alle Schritte auf dem Laufenden gehalten.

 

Quelle: www.katholische-kliniken-lahn.de