G wie Gematik

Die gematik GmbH (bei Gründung – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbh) wurde im Jahr 2005 von diversen Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens gegründet.

Quelle: KU Gesundheitsmanagement


Gemäß § 291b SGB V ist die gematik GmbH maßgeblich für die Einführung, den Betrieb sowie die Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte und Telematikinfrastruktur zuständig. Ihr Hauptziel  ist, eine bundesweite, flächendeckende Vernetzung aller Akteure des Gesundheitswesens zu  gewährleisten. Basis dafür ist die Entwicklung einer effizienten, effektiven und sicheren digitalen  Dateninfrastruktur. Dadurch soll ein sektor- und systemübergreifender Informationsaustausch sichergestellt  werden. Eine wichtige Grundlage für die Arbeit der gematik GmbH ist das im Dezember 2015  verabschiedete E-Health-Gesetz, das die Einführung einer elektronischen Patientenakte  in Deutschland fördert und sie formal als wesentlicher Bestandteil der Telematikinfrastruktur verankert.

Als Kompetenzzentrum, Wissenshub und unabhängige Beratungsinstanz widmet sich die gematik GmbH  darüber hinaus aktuellen IT-Trends und prüft, ob neue Konzepte künftig bei der Digitalisierung des  deutschen Gesundheitswesens von besonderer Relevanz sein könnten. Zum 1. Juli 2019 wurde Dr. med.  Markus Leyck Dieken zum Geschäftsführer ernannt.

Aufbau & Struktur

Die Gesellschafter der gematik GmbH sind das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer, der Deutsche Apothekerverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der  Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die  Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung. Die Gesellschafterversammlung, das oberste Gremiumder gematik GmbH, besteht aus Vertretern der acht oben genannten Gesellschafter und trifft wegweisende  Entscheidungen zum Ausbau der deutschen Telematikinfrastruktur sowie zur Weiterentwicklung der  elektronischen Gesundheitskarte. 

Die gematik GmbH verfügt zudem über einen interdisziplinären Beirat nach § 291b Absatz 2 a SGB V, der  eine Beraterfunktion ausübt und zu Grundsatzthemen Stellung bezieht. Er besteht aus Vertretern der  Länder, der Patienten, der Industrie, der Wissenschaft sowie weiteren Berufsgruppen im Gesundheitswesen. Der Beirat kann Angelegenheiten von grundsätzlicher Bedeutung der  Gesellschafterversammlung vorlegen und ist vor der Beschlussfassung zu Angelegenheiten von  grundsätzlicher Bedeutung zu hören.

Aktuelle Entwicklungen

Durch eine von Jens Spahn initiierte Gesetzesänderung zu Beginn des Jahres 2019, wurden dem  Bundesministerium für Gesundheit 51 Prozent der Gesellschaftsanteile zugewiesen. Zuvor hielt der GKV-Spitzenverband 50 Prozent der Stimmrechte in der gematik GmbH, die andere Hälfte lag bei den Verbänden der Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheker. Ihre Anteile sind nun entsprechend  geschrumpft (24,5 Prozent GKV-Spitzenverband; 24,5 Prozent o. g. Spitzenorganisationen der  Leistungserbringer). Statt der ehemals vorausgesetzten Beschlussfähigkeit von 67 Prozent, können  Beschlüsse heute durch eine gesetzlich vorgeschriebene einfache Mehrheit von 51 Prozent getroffen  werden. Diese Änderungen traten mit dem Terminservicegesetz am 11. Mai 2019 in Kraft. Der GKV-Spitzenverband finanziert die Arbeit der gematik GmbH zu 100 Prozent mit einem Betrag in Höhe von 1,00  Euro pro Jahr je Mitglied der Gesetzlichen Krankenversicherung (§ 291a Abs. 7 Satz 6 SGB V). Das  Bundesministerium für Gesundheit hat diesen Betrag entsprechend dem Mittelbedarf der gematik GmbH  und unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit in den letzten Jahren durch die Rechtsverordnung jeweils  angepasst. So wurde für das Jahr 2019 die Finanzierung durch die Verordnung zur Anpassung des Betrags zur Finanzierung der Gesellschaft für Telematik für das Jahr 2019 (TeleFinV 2019) auf 0,65 Euro je Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung reduziert.

Autor: Johanna Hilgen, Sector Manager Healthcare, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, jhilgenNO SPAM SPAN!@kpmg.com

Quelle: KU Gesundheitsmanagement 11/2019