Erster Ausbildungsverbund Gesundheit und Pflege gegründet

Alzey. Die Rheinhessen-Fachklinik Alzey, das DRK-Krankenhaus Alzey, die Mission Leben, die Evangelische Sozialstation und die Berufsbildende Schule Alzey haben den ersten regionalen Ausbildungsverbund Gesundheit und Pflege in Rheinland-Pfalz gegründet.

Quelle: Landeskrankenhaus (AöR)


Die fünf Einrichtungen werden künftig gemeinsam die praktische und theoretische Ausbildung in der Pflege organisieren und so voneinander profitieren.

Grund für den Zusammenschluss ist eine Änderung im Pflegeberufegesetz, die im kommenden Jahr wirksam wird. Im neuen Gesetz ist die Ausbildung von Gesundheits- und Krankenpflegenden, Kinder- und Jugendpflegenden sowie Altenpflegenden erstmals einheitlich geregelt. Wer bislang beispielsweise eine Ausbildung in der Altenpflege absolviert hat, konnte grundsätzlich auch nur in diesem Segment arbeiten. Das wird sich nun ändern.

Für die rheinland-pfälzische Arbeits- und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler ist das Gesetz ein notwendiger Schritt, um den Pflegeberuf in der Zukunft attraktiv gestalten zu können und um Nachwuchskräften bessere Aufstiegschancen zu ermöglichen: „Um die Herausforderungen im Gesundheitswesen bewältigen zu können, brauchen wir mehr Pflegende. Deshalb müssen wir jungen Menschen eine moderne Ausbildung anbieten, die im weiteren Berufsleben vielfältige Karrieremöglichkeiten offen lässt.“ Dass sich mit dem Ausbildungsverbund Gesundheit und Pflege Alzey nun die erste Region in Rheinland-Pfalz richtungsweisend aufgestellt hat, ist für die Ministerin nur ein Anfang.

Das Gesetz sieht vor, dass künftig alle Auszubildenden zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Pflegeausbildung erhalten, in der sie einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung wählen. Auszubildende, die im dritten Ausbildungsjahr die generalistische Ausbildung fortsetzen, erwerben den Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ beziehungsweise „Pflegefachmann“.

Diejenigen, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können wählen, ob sie – statt die generalistische Ausbildung fortzusetzen – einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erwerben wollen.

Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (Träger der Rheinhessen-Fachklinik Alzey), ist überzeugt: „Die Gründung des Ausbildungsverbundes Alzey ist ein wichtiges Signal für die Region. Die beteiligten Krankenhäuser, Altenpflegeeinrichtungen, Ambulanten Pflegedienste und die Berufsbildende Schule haben ihre separaten Ausbildungsangebote vereint und bieten jungen Menschen fortan eine moderne und vor allem wohnortnahe Ausbildung mit vielfältigen beruflichen Einsatzmöglichkeiten an.“

Derzeit sind die Ausbildungen in der Kranken- und Kinderkrankenpflege einerseits und Altenpflege andererseits getrennt geregelt, weisen jedoch inhaltlich große Überschneidungen auf. Der Pflegebedarf und die Versorgungsstrukturen ändern sich jedoch und damit auch die Anforderungen an die pflegerische Versorgung und an das Pflegepersonal. Pflegefachkräfte in Pflegeeinrichtungen müssen zunehmend auch chronisch und mehrfach erkrankte Menschen versorgen. Pflegekräfte im Krankenhaus benötigen Kenntnisse im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen, die zum Teil auch unter Demenz leiden. Die beteiligten Einrichtungen in Alzey wollen sich den Veränderungen und Aufgaben nun aktiv stellen. Arbeits- und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betonte, dass die zuständigen Ministerien weiterhin mit Hochdruck an der Umsetzung der generalistischen Pflegeausbildung arbeiten.

Quelle: www.landeskrankenhaus.de