Erhöhte Patientensicherheit durch Kooperation

Mainz. Die Abteilung für Interventionelle Herzklappentherapie am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz und das Katholische Klinikum Koblenz·Montabaur arbeiten bei der innovativen Herzklappenversorgung fortan noch enger zusammen.

Quelle: Peter Pulkowski (Universitätsmedizin Mainz)


Das heißt konkret: Die Teams beider Standorte tauschen sich zukünftig auch per Videoschaltung quasi vis-à-vis über Patienten mit komplexen Herzerkrankungen aus, und entwickeln gemeinsam für jeden Patienten die individuell optimale Therapie. Die operativen Eingriffe erfolgen dann durch Teams, die sich aus Experten beider Kooperationspartner zusammensetzen. Hierbei kommt die herausragende Qualität der Universitätsmedizin Mainz bei Herzklappenimplantationen sowie deren Möglichkeit, weltweit einmalige Therapieformen einzusetzen, besonders zum Tragen. Die Kooperationspartner verfolgen das Ziel, die Prognose von Patienten mit komplexen Herzklappenerkrankungen auch im nördlichen Rheinland-Pfalz zu verbessern.

Die Behandlung von Erkrankungen an den Herzklappen erfolgt in Deutschland und insbesondere im Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz zunehmend durch den kathetergestützten Ersatz bzw. die kathetergestützte Reparatur von Herzklappen. Die Abteilung für Interventionelle Herzklappentherapie am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz hat sich zu einem überregional und international bekannten Zentrum für interventionelle Herzklappentherapie entwickelt. Sie kann zahlreiche Erfolge vorweisen: Beispielsweise hat sie als erste Einrichtung weltweit mehr als 200 Reparaturen an der Mitralklappe mittels Mitraclip durchgeführt. Bei den Trikuspidalklappen hat sich die Zahl der behandelten Verschlussschwächen mehr als verdoppelt. Ende des Jahres 2019 werden es erstmals voraussichtlich mehr als 100 behandelte Patienten pro Jahr sein. Für alle Herzklappentypen erwartet das Zentrum für das Jahr 2019 erstmalig eine Gesamtzahl von mehr als 800 Interventionen. Auch im Bereich der minimal-invasiven Versorgung der Aortenklappe mittels einer Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) verzeichnet die Universitätsmedizin Mainz hohe Behandlungszahlen: in diesem Jahr voraussichtlich über 500 Implantationen. Dabei kommen hochmoderne interventionell implantierte Klappentypen zum Einsatz (Sapien 3 und Corevalve Evolut Pro), die gegenüber der klassischen, nicht minimal-invasiven Chirurgie am offenen Herzen einen Überlebensvorteil von 60 Prozent und eine Schlaganfallverminderung von über 70 Prozent bieten. Die hohe Anzahl der Behandlungen mit katheterbasierten Techniken im Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz bringt viel Erfahrung und dadurch auch eine erhöhte Patientensicherheit mit sich. Auch durch den interdisziplinären Austausch von Vertretern beteiligter Fachdisziplinen wie Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie hinsichtlich der minimal-invasiven Therapie ist es gelungen, eine bundesweite unterdurchschnittliche Sterblichkeit bei den Klappeneingriffen zu erzielen.

Damit auch die Patienten mit komplexen Herzklappenerkrankungen in der Region nördliches Rheinland-Pfalz von diesen Kompetenzen profitieren können, möchte die Abteilung für Kardiologie am Katholischen Klinikum Koblenz Montabaur nun die gemeinschaftlich mit der Universitätsmedizin Mainz praktizierte Versorgung von Herzklappen-Patienten weiter intensivieren. Die der vor Ort im Katholischen Klinikum Koblenz·Montabaur gGmbH erfolgten Erstdiagnostik beraten sich die Teams beider Standorte zukünftig auch per Videoschaltung. Sie wird es beiden Kliniken ermöglichen, quasi vis-à-vis über die optimale Therapie von Patienten mit komplexen Herzerkrankungen individuell zu beraten und sie gemeinsam zu entwickeln. Die operativen Eingriffe erfolgen dann durch Teams, die sich aus Experten beider Kooperationspartner zusammensetzen.

Quelle: www.unimedizin-mainz.de