Bezirk investiert halbe Milliarde Euro in medizinische Versorgung

Bayreuth. Mit einer Rekordsumme von bis zu 540 Millionen Euro will der Bezirk Oberfranken seine Gesundheitseinrichtungen in den kommenden Jahren fit für die Zukunft machen.

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Dies betonte Bezirkstagspräsident Henry Schramm bei einer Pressekonferenz in Bayreuth. Das Investitionsprogramm beinhaltet in den kommenden zwölf Jahren Bauprojekte in ganz Oberfranken, angefangen vom Neubau des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg über die Erweiterung der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bayreuth bis hin zur Errichtung eines neuen Bettenhauses an der Bezirksklinik Rehau.

 

„Sie sehen, wir haben uns einiges vorgenommen", mit diesen Worten schloss Bezirkstagspräsident Henry Schramm seinen Schnelldurchlauf durch ein umfangreiches Investitionsprogramm für die Bezirkskliniken in Oberfranken. Über 500 Millionen Euro wollen der Bezirk und die als Kommunalunternehmen ausgegliederten Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) mit Hilfe des Freistaates Bayern in den nächsten zwölf Jahren in die Gesundheitsversorgung in Oberfranken investieren.

 

Menschen helfen

 

„Als Bezirk sind wir besonders für diejenigen Menschen zuständig, mit denen es das Leben nicht so gut gemeint hat: Für Menschen mit Behinderung, für alte Menschen und eben für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Um diesen Menschen in ihren Lebenskrisen zu helfen, betreibt der Bezirk durch die GeBO ein flächendeckendes Netz an Kliniken, Tageskliniken und Psychiatrischen Institutsambulanzen in ganz Oberfranken. Als Bezirkstagspräsident habe ich mir es zum Ziel gemacht, diese Einrichtungen fit für die Zukunft zu machen", verdeutlichte Schramm eine der Kernaufgaben der dritten kommunalen Ebene. Neben den medizinischen und pflegerischen Leistungen spiele bei der Genesung gerade von psychiatrischen Erkrankungen das Umfeld eine wichtige Rolle.

 

Neue Behandlungskonzepte brauchen Raum

 

Auf der vom Bezirkstag von Oberfranken bereits einstimmig beschlossenen Liste stehen insgesamt 40 Bauprojekte, die nach heutigem Stand in den kommenden zwölf Jahren in Angriff genommen werden sollen. „Die anstehenden Veränderungen sind dringend notwendig", sagte Katja Bittner, Vorstand der GeBO.  „Daher bin ich überglücklich, dass wir für die notwendigen Veränderungen auf die volle Unterstützung unseres Trägers, des Bezirks Oberfranken, vertrauen dürfen." Sie verdeutlichte, dass eine bauliche Rundumerneuerung nötig sei, um den Anforderungen der Patienten und Angehörigen gerecht zu werden. Auch neue Behandlungskonzepte würden neue Raumkonzepte nötig machen.

 

Mehr Platz für Kinder

 

Die Planungen, die bis ins Jahr 2032 reichen, sind nicht nur Renovierungs- und Sanierungsarbeiten. Es werden auch Kapazitäten und Angebote aufgestockt. Beispielsweise erhält die Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie in Bayreuth nahezu die doppelte Zahl an Behandlungsplätzen. „Wir tun aber auch etwas für unser Mitarbeiter. Neben verbesserten Arbeitsbedingungen planen wir auch, an zwei Standorten Personalwohnheime zu errichten", so Katja Bittner. Sie sieht die Kliniken der GeBO damit zukunftssicher aufgestellt. Auch für Professor Dr. med. habil. Thomas W. Kallert, Leitender Ärztlicher Direktor der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken, haben die Investitionen Signalwirkung - für die Patientinnen und Patienten ebenso wie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GeBO. Dass Geld in die Hand genommen wird, verbessere die Qualität der Behandlung. Schließlich bestimme auch die Atmosphäre einer Klinik den Erfolg einer Behandlung mit.

 

Zum Abschluss dankte Bezirkstagspräsident den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GeBO für ihre tagtägliche Arbeit am Menschen ebenso, wie dem Freistaat Bayern und speziell der Gesundheitsministerin Melanie Huml für die Unterstützung bei der Umsetzung der Bauprojekte. Mittelfristig werden wohl auch die Umlagezahler mithelfen müssen, den prognostizierten Eigenanteil in Höhe von insgesamt 140 bis 210 Millionen Euro (je nach Baukostensteigerung) aufzubringen. „Natürlich wird auch die GeBO ihren Beitrag leisten und wir müssen uns als Bezirk Oberfranken im Klaren sein, dass unsere schwarze Null nicht auf Dauer zu halten sein wird. Aber es geht um die Menschen in Oberfranken! Dafür müssen wir alle unseren Beitrag leisten: Die Umlagezahler, die GeBO und wir als Bezirk", verdeutlichte der Bezirkstagspräsident.

 

Das Investitionsprogramm in Zahlen

 

Geplanter Zeitraum: 2020 bis 2032

Gesamtinvestitionssumme (je nach Baukostensteigerung): 400 bis 540 Millionen Euro

Eigenanteil (je nach Baukostensteigerung): 140 bis 210 Millionen Euro

Die Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO)

 

Die psychiatrische Versorgung in Oberfranken ist eine Pflichtaufgabe des Bezirks Oberfranken. Um Menschen in ihren psychiatrischen Lebenskrisen zu helfen, betreibt der Bezirk Oberfranken durch seine Gesundheitseinrichtungen ein flächendeckendes Netz an Kliniken, Tageskliniken und Psychiatrischen Institutsambulanzen. Die Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) sind an 8 Standorten in ganz Oberfranken präsent: Bayreuth, Kutzenberg, Rehau, Hochstadt, Bamberg, Coburg, Hof und Kronach. Insgesamt wurden dort im Jahr 2018 über 32.000 Erkrankungsfälle behandelt.

 

Die wichtigsten Projekte

 

Der Neubau des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg umfasst zwei Bauabschnitte. Im erste Bauabschnitt wird ab dem Jahr 2021 die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik neu errichtet. Der zweite Bauabschnitt, geplant ab 2026, beinhaltet die Klinik für Rheumatologie und die Lungenfachklinik. Die Gesamtinvestitionssumme beträgt rund 140 Millionen Euro. Der Neubau wurde bereits in das Krankenhausbauprogramm des Freistaats Bayern aufgenommen. Zudem wurde in Kutzenberg ein denkmalpflegerisches Gesamtkonzept in Auftrag gegeben, um eine Nachnutzung für die teils denkmalgeschützte Gebäudesubstanz zu finden. Unter anderem soll dort eine Gedenkstätte für die Opfer der T4-Aktion eingerichtet werden.

 

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Standort Bayreuth muss bedarfsgerecht erweitert werden. Die Bedarfsanerkennung durch den Krankenhausplanungsausschuss liegt bereits vor, die Planungen laufen. Ab 2022 werden dort rund 31 Millionen Euro investiert. Ebenfalls in Bayreuth wird der fünfte Bauabschnitt der Klinik für Forensische Psychiatrie entstehen. Der Freistaat Bayern wird als Kostenträger knapp 40 Millionen für den Neubau bereitstellen. Der Planungsauftrag wurde bereits erteilt. Für rund sieben Millionen Euro wird die Heilpädagogische Station am Bezirkskrankenhaus Bayreuth neu errichten. Die GeBO erfüllt mit dieser Einrichtung einen wichtigen Versorgungsauftrag für geistig und auch mehrfach behinderte Menschen mit psychischer Erkrankung.

 

Auch an der Bezirksklinik Rehau soll die bauliche Situation verbessert werden. Die Bedarfsanerkennung läuft bereits. Ab dem Jahr 2024 soll dort ein neues Bettenhaus entstehen. Aufgrund der Grenznähe zu Tschechien und dem geplanten Abschiebegefängnis in Hof besteht auch hier besonderer Handlungsbedarf, da die Fallzahlen wohl auf absehbare Zeit weiter steigen werden.

 

Quelle: www.gebo-med.de