8. Kodierfachkräftekongress in Hannover am 22.11.2016

Seit Einführung des DRGSystems ist es stets im Wandel. So wird es immer wieder modifiziert und an neue Behandlungsmethoden und Erkenntnisse angeglichen. Umso wichtiger ist es für Kodierfachkräfte im Hinblick auf die Erlössicherung auf dem neuesten Wissensstand zu sein. Aus diesem Grund fand am 22. November 2016 zum 8. Mal der KU Kodierfachkräftekongress statt. Mehr als 40 Kodierfachkräfte aus ganz Deutschland fanden sich dafür im Leonardo Hotel in Hannover ein. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Alexander Schiffauer, Verlagsleiter der Mediengruppe Oberfranken – Fachverlage und Dr. Erwin Horndasch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Geselllschaft für Medizincontrolling e.V. (DGfM).


Erlössteigerung aus vollstationärer Notfallbehandlung
Akutstationärer Handlungsbedarf, primäre Fehlbelegung und stationäre Behandlungsmethoden – dies waren die Schlagworte mit denen sich Dr. Timo Schöpke vom Klinikum Barnim in seinem Vortrag befasste. Primär ging es um die Frage, wie eine Erlössteigerung aus vollstationärer Notfallbehandlung bei einem Aufenthalt unter 24 Stunden erzielt werden kann. Dr. Schöpke ging hierbei unter anderem auf die rechtlichen Grundlagen ein, stellte Dokumentationsbeispiele vor und nannte wichtige Voraussetzungen in Struktur und Dokumentation. So sollte beispielsweise die Aufnahmeentscheidung direkt nach Anamnese und klinischer Untersuchung schriftlich dokumentiert werden. Berücksichtigt man all diese Aspekte, könnten „rund zehn Prozent aller ambulanten Notfälle als vollstationäre Kurzlieger abgerechnet werden, so Schöpke.

Arbeits-und Abteilungsorganisation: Zentrale Praxisprobleme
Im Anschluss daran ging Dipl. Kaufmann Dirk Hohmann von der Werner-Wicker-Klinik Bad Wildungen auf sieben Probleme aus der Praxis ein. Wer kodiert und dokumentiert was? Und vor allem: Wie wird dokumentiert? Konkrete Probleme sind beispielsweise ein Überangebot von Dokumentationsvorlagen und eine fehlende Festlegung von Verantwortlichkeiten. Auch wenn sich in den letzten Jahren vieles verbessert hat, lässt auch die ITAusstattungmancherorts noch zu wünschen übrig: „Früher gab es für die Dokumentation ein oder zwei Eingabegeräte pro Station. Man kann sich vorstellen, dass es Schlangen gab. Das ist einfach nicht praktikabel“, so Hohmann.

Faire Vergütung
Eine faire Vergütung von Kodierfachkräften und deren mögliche Einordnung im Tarifsystem thematisierte Thorsten Günther vom Sana Klinikum Offenbach. Viele Kodierfachkräfte haben ursprünglich als Pflegekraft gearbeitet. Der Anreiz die Berufsgruppe zu wechseln, ist zumindest hinsichtlich der Vergütung gering. Zwar wird die Tarifstufe häufig beibehalten, es fallen aber die Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit weg. Als weiteres Problem nannte Günther fehlende Stellenbeschreibungen für Kodierfachkräfte, die als Grundlage für eine Höhergruppierung dienen könnten.

Kodierung in der Onkologie
Dr. Matthias Bauer vom Klinikum der Universität München ging in seinem Vortrag auf die Besonderheiten der Kodierung in der Onkologie ein. So stellte er dar, dass die gesamte Behandlung sich nach der Histologie des Tumors und nicht nach dessen Lokalisation richtet, bösartige Neubildungen in der ICD jedoch nach Organbezug geordnet sind. Dies führe häufig zu Unverständnis seitens der Kliniker. „Ein Huhn, das im Schweinestall lebt, ist sozusagen ein Schwein, kein Huhn“, so seine anschauliche Erläuterung.

Aktuelles aus der Endoprothetik
Aktuelles aus der Endoprothetik lautete der Votragstitel von Prof. Dr. Thomas Auhuber von der BG Unfallklinik Frankfurt am Main. Mit einem interaktiven „Quiz“ stellte er das Wissen der anwesenden Kodierfachkräfte auf die Probe. Modular oder nicht modular war eine seiner Fragen. Die Teilnehmer sollten aufgrund von vier verschiedenen Bildern entscheiden, ob es sich um ein modulares Knieendoprothesensystem handelt oder nicht.

Kodierupdate 2017
Zum Abschluss des Kongresses stellte Dr. Erwin Horndasch, Vorstandvorsitzender DGfM, die wesentlichen Neuerungen im DRGSystem für das Jahr 2017 vor. Ab diesem Jahr wird beispielsweise erstmals der Pflegekomplexmaßnahmen-Score (PKMS) als Split-Kriterium ausgewiesen. Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Kongress für die Kodierfachkräfte geben.

Anna Zarling, KU Redaktion


Informationen

Datum:   22. November 2016, 9.00-16.30 Uhr
Ort:   Leonardo Hotel Hannover Airport, Petzelstr. 60, Hannover
Gebühr:   349,- Euro zzgl. MwSt.
 

  289,- Euro zzgl. MwSt. für jede weitere Person des gleichen Hauses

    Alle DGfM Mitglieder erhalten 10% Rabatt

 

Seminarunterlagen, Mittagsbuffet, Pausensnacks und Getränke inklusive!

Die Anmeldung ist verbindlich, aber jederzeit übertragbar. Bei Nichterscheinen oder Stornierung ab dem 27.09.2016 wird die volle Teilnahmegebühr in Rechnung gestellt.

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