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Gefragt mit...

Dipl. Med. Olaf Haberecht, 62, Vorstandvorsitzender des Deutschen Netzwerks gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen.


Welche Ihrer Vorzüge werden verkannt?

Interessante Frage, deren Beantwortung nicht so einfach ist. Denn es ist eine Frage, die man einerseits sich selbst stellen muss und andererseits bedeutet es dann nach den Ursachen dieses Verkennens zu suchen. Zuerst ist der Vorzug immer eine Selbsteinschätzung, ein „Verkennen“ die Wahrnehmung der Anderen.

Betrachten wir das Arbeitsleben, steht die Frage warum erkennen meine Mitstreiter meinen Vorzug „Visionen erfolgreich umzusetzen“ nicht. Gerade in der Zeit stetiger Änderungen im Gesundheitswesen ist es wichtig, eine auf Wissen fundierte Vision gemeinsam zu entwickeln. Und genau hier kann die Ursache des „Verkennens“ liegen, eine nicht ausreichende Kommunikation und fehlende gleichzeitige Wertschätzung der Ideen und Hinweise aller Beteiligten bei der Entwicklung dieser Vision. Unter dem Ziel die Vision umzusetzen und gemäß dem Sprichwort „Viele Wege führen nach Rom“ muss man dann letztendlich alle Beteiligten ins Boot holen, um ein Verkennen der gut gemeinten Absicht zu verhindern.

 

Was war Ihre größte Fehlentscheidung und was haben Sie daraus gelernt?

Im Berufsleben als Mediziner steht man zunehmend unter dem Zwang der ökonomischen Diskussionen im Gesundheitswesen. Somit steht die Frage, bin ich als Arzt tätig oder sehe ich meine Berufung in der Administration?

Es war sicherlich keine Fehlentscheidung, den Arztberuf zu wählen. Jedoch bedeutete es, auf Grund der sich stetig ändernden Rahmenbedingungen, sich immer wieder neu zu orientieren, um der Gesunderhaltung der Menschen zu dienen. Aus diesem Grund war ich langjähriges Präsidiumsmitglied in der DGPR oder bin aktuell Vorstandsvorsitzender im DNGfK. 

 

Welche politischen Projekte sollten schnell umgesetzt werden?

Als Vorstandvorsitzender des DNGfK sehe ich die Notwendigkeit einer gegenfinanzierten Gesundheitsförderung und eines nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsmanagements. Weiterhin die konsequente Umsetzung der Ansätze im Präventionsgesetz.

Als leitender Mitarbeiter eines Klinikverbundes halte ich eine Anpassung des Krankenhausfinanzierungsgesetzes, um den Investitionsstau zu beseitigen, für notwendig. Weiterhin sollten neuen Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser als attraktiver Arbeitgeber geschaffen werden. Auch ist eine integrierte Versorgung in Netzwerken erforderlich.

 

Was ertragen Sie nur mit Humor ertragen?

Ich möchte ihre Frage auf „ Galgenhumor“ umformulieren, denn mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen. Für mich zählen erfahrungsbasiertes Wissen, Fachkompetenz und kommunikatives Miteinander bei Entscheidungen.

 

Wie können Sie am besten Stress abbauen?

Als ehemaliger Leistungssportler durch sportliche, dem Alter angepasste Aktivität.