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Dr. Marion Friers, 48 Geschäftsführung Personal, Pflege & Kommunikation Frankfurter Rotkreuz-Kliniken e.V.


Angenommen, Sie müssten den Beruf wechseln, was würden Sie tun?

Ich hatte das große Glück, in vielen völlig unterschiedlichen Branchen tätig sein zu können: Wissenschaft, politische auch internationale Interessenvertretung, Personal und Marketing in einem Unternehmen der Technologiebranche, Beratung im Bereich Kommunikation und Change Management. In dem, was ich gerade mache, fühle ich mich sehr wohl. Wenn ich aber wechseln müsste, würde ich gerne Zukunftsforscher werden. Zukunft und Innovation sind meine Themen. Oder ich würde gerne die Games-Branche kennenlernen. Auch wenn ich selbst meist nicht über das erste Level hinauskomme, fasziniert mich die Innovationskraft, die Leidenschaft und die einzigartige Verbindung zwischen moderner Technik und Kunst, die in vielen Spielen zum Ausdruck kommt. Da würde ich gerne mit meinen Kompetenzen mitmischen.

Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?


Als Frau in einer Führungsposition wünsche ich mir manchmal, ich hätte mehr – nennen wir es mal – „karrierefördernde“ Eigenschaften: die Fähigkeit zur Selbstvermarktung, Selbstbezogenheit und Machtdenken. Diese Eigenschaften bringen den einen oder anderen erstaunlich weit. Die positive Eigenschaft, die mir dann in solchen Momenten, wenn ich das sehe, manchmal fehlt, ist die nötige Gelassenheit. Aber ehrlich gesagt, zu gelassen will ich gar nicht werden. Lösungs- und Teamorientierung, Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit helfen mir, um erfolgreich zu sein. Ja und ich wäre gerne weise oder würde gerne noch mehr auf mein Wissen vertrauen. In meiner Freizeit fehlt mir die Eigenschaft, die dafür sorgt, gute Vorsätze umzusetzen. Ich glaube ich war in diesem Jahr erst ein Mal im Fitnessstudio.

Gab es einen Menschen in Ihrem Leben, der Sie verändert hat?

In meinem Leben gab es viele Menschen, von denen ich etwas lernen konnte, die meinen Weg begleitet haben, jeder auf seine Weise. Da waren Führungskräfte von denen ich gelernt habe, wie ich es irgendwann auf keinen Fall machen möchte und Führungskräfte, die mir richtig etwas zugetraut haben, mich einfach ins kalte Wasser geworfen undmich genau dadurch gefördert und verändert haben. Was mich aber immer am meisten verändert hat, sind meine Mitarbeiter – egal wo und auf welcher Ebene ich gearbeitet habe. Vielleicht sind mir deshalb Themen wie Personalentwicklung und Talentmanagement so wichtig. Auch heute, gerade hier in den Frankfurter Rotkreuz-Kliniken: Ich wachse jeden Tag an dem engen Austausch mit meinen Abteilungsleitungen und mit meinem direkten Team. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass ich gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Seite habe, die vor allem auch bereit sind, mir offen und ehrlich ihre Meinung zu sagen. Das bringt uns gemeinsam voran.

Was würde mich an Ihnen überraschen?

Die meisten Menschen sind erstaunt, wenn sie in meinem Lebenslauf irgendwo entdecken, dass ich mal sehr intensiv politisch engagiert war. Von 365 Tagen, habe ich mal 300 Termine für eine politische Partei wahrgenommen. Richtig mit Ochsentour und Plakaten kleben. Ich kam dann in die Situation, in der ich mich entscheiden musste: sicherer Listenplatz für den Bundestag oder doch lieber Staatsexamen in Politikwissenschaft. Ich habe mich damals für das Examen entschieden, weil ich erst einmal eine Steuererklärung abgeben wollte, bevor ich über das Steuerrecht entscheide. Die Entscheidung habe ich nie bereut. Eine gute Ausbildung ist nämlich vor allem eines: Freiheit. Und auf die möchte ich nie verzichten.

Was ist Ihre Lieblings-App auf dem Smartphone?


Da bin ich ganz klassisch und gar nicht überraschend: Die XING-App. Hier finde ich nicht nur alle meine Kontakte, sondern ich kann mir auch immer meine News so zusammenstellen, wie ich sie brauche. Und ansonsten: Spotify.



Quelle: KU Gesundheitsmanagement 04/2018