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Fusionswelle bei Krankenkassen
Donnerstag, 23. Juli 2009 um 11:01

Hamburg. Die Fusionswelle in der GKV in Deutschland rollt immer schneller an. Seit Anfang Juli haben mehr als zehn Kassen Zusammenschlüsse für Anfang 2010 angekündigt.

Für die rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland bedeute diese Entwicklung zwar eine bessere Transparenz bei den Leistungen, sorge jedoch auch für viel Verunsicherung, was die Konditionen in der Übergangszeit betrifft. Dies stellt testamo.de, der unabhängige Leistungsvergleich für Gesetzliche Krankenkassen, fest. Die Kassen versäumten es, die Öffentlichkeit konkret über die Vorteile und Konsequenzen der Fusion zu informieren.

„Wir bekommen immer mehr besorgte Anrufe und Anfragen von Verbrauchern, die in den Medien von angekündigten Fusionen erfahren und nicht genau wissen, was dies nun für sie bedeutet,“ so Oliver Wünsche, Geschäftsführer von testamo.de. „Grundsätzlich hat eine Fusion für Versicherte zunächst keine Auswirkungen, da sich sämtliche Tarife und Verträge für die verbleibende Laufzeit nicht ändern. Rechtlich gesehen müssen die neu entstehenden Kassen sämtliche Rechte und Pflichten der alten Kassen übernehmen. Es entsteht kein Sonderkündigungsrecht.“

Gab es am 1. Januar 2006 noch 253 Gesetzliche Krankenkassen, so ist die Zahl bis dato auf 187 geschrumpft. In den vergangenen zwölf Monaten sind 31 Krankenkassen durch Fusionen verschwunden. Prominentestes Beispiel ist der Zusammenschluss der IKK Direkt mit der Techniker Krankenkasse, die mit über 7 Millionen Versicherten zur größten Krankenkasse Deutschlands wurde. Geplant sind Fusionen zwischen der AOK Rheinland/Hamburg (2,83 Mio. Versicherte) und der AOK Westfalen Lippe (2,07 Mio. Versicherte), zwischen der DAK (6 Mio. Versicherte) und der Hamburg Münchener Krankenkasse (300.000 Versicherte) und viele mehr. Die GEK mit 1,7 Mio. Versicherten dementierte zwar Anfang Juli noch Fusionspläne, hat aber am vergangenen Freitag diese nun doch bestätigt – vorzugsweise mit einer weiteren Ersatzkasse. Sofern die Anfang Juli gemutmaßten Pläne mit der Barmer Ersatzkasse zusammenzugehen, sich nun doch bestätigen, könnte so mit insgesamt 8,6 Millionen Versicherten die größte Kasse der Republik entstehen.

www.testamo.de

 

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