Weitgehende Zustim­mung zu Ände­rungen bei der Organ­spende

Berlin. Erstmals hat der Bundestag am Donnerstag, 17. Januar 2019, über den Regierungsentwurf für Änderungen an den Abläufen der Organspende in Kliniken beraten.

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Der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegte Gesetzentwurf soll dazu beitragen, potenzielle Organspender besser zu identifizieren. Dazu wird die Rolle des Transplantationsbeauftragten in Krankenhäusern gestärkt. Mit den veränderten Abläufen und Vorschriften soll die Organspendenpraxis in den Entnahmekrankenhäusern effektiver gestaltet werden.

Die Transplantationsbeauftragten sollen dem Entwurf zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende (GZSO) zufolge durch verbindliche Vorgaben für die Freistellung mehr Zeit für ihre Aufgaben bekommen. Bei Entnahmekrankenhäusern mit mehr als einer Intensivstation soll für jede dieser Stationen mindestens ein Transplantationsbeauftragter bestellt werden. Die anteiligen Kosten werden vollständig refinanziert. Die Transplantationsbeauftragten müssen außerdem künftig auf Intensivstationen regelmäßig hinzugezogen werden, wenn Patienten als Organspender in Betracht kommen. Sie erhalten uneingeschränkt Einsicht in die Patientenakten, um das Spenderpotenzial auswerten zu können.

Die Entnahmekrankenhäuser sollen mehr Geld bekommen für den gesamten Prozessablauf einer Organspende und erhalten einen Zuschlag dafür, dass ihre Infrastruktur für die Organspende besonders in Anspruch genommen wird. Kleinere Entnahmekliniken erhalten Unterstützung durch qualifizierte Ärzte. Ein Rufbereitschaftsdienst soll sicherstellen, dass jederzeit qualifizierte Ärzte zur Feststellung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls zur Verfügung stehen.

Das Gesetz soll zum 1. April 2019 in Kraft treten.

Quelle: www.bundestag.de