W wie Wahlleistungen

Wahlleistungen sind für jedes Krankenhaus zusätzliche Ertragsbringer und werden für den Erfolg des Krankenhauses zunehmend bedeutender. Dies liegt nicht zuletzt in den sich verändernden Patientenbedürfnissen begründet.


Der Patient von heute hat hohe Ansprüche, beispielsweise an Infrastruktur, Essensversorgung, medizinischer Aufklärung und Betreuung. Bei vielen Krankenhäusern ist Verbesserungspotenzial bei den Erlösen aus Wahlleistungen auszumachen. Dabei schlummern gerade hier einfache Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung.

Arten von Wahlleistungen

Wahlleistungen sind Extraleistungen, die über die notwendige Versorgung gemäß § 2 Abs. 2 Satz 1 KHEntgG hinausgehen. Es lassen sich drei Bereiche unterscheiden: Unterkunft, ärztliche Wahlleistungen und medizinische Wahlleistungen. Im Hinblick auf die Unterkunftsart haben die Patienten die Möglichkeit, selbst festzulegen, ob sie gerne in einem Ein- oder Zweibettzimmer untergebracht werden möchten. Teilweise können weitere Extras hinzu gebucht werden, wie zum Beispiel Wahlverpflegung, Mitaufnahme eines Partners oder Fernseher im Zimmer. Der sich daraus ergebende Zuschlagspreis kann sich aus separaten Komfortelement-Einstufungen wie Größe/Lage des Zimmers, Sanitärbereich, (Zusatz-)Verpflegung, Zimmerservices oder Extraausstattungen ergeben. Ärztliche Wahlleistungen sind für Patienten interessant, weil grundsätzlich nur die Behandlung durch den diensthabenden Arzt zu den allgemeinen Krankenhausleistungen gehört. Patienten haben daher die Möglichkeit, eine persönliche Behandlung durch Wahlärzte (meist Chefärzte), die über besondere Qualifikationen verfügen, zu vereinbaren. Zu den medizinischen Wahlleistungen gehören Behandlungen, für die es keine medizinische Indikation gibt (z. B. Schönheitsoperationen), erweiterte Leistungen im Zusammenhang mit den allgemeinen Krankenhausleistungen (z. B. erweiterte Laborleistungen) oder Alternativleistungen, die von der Standardbehandlung abweichen (z. B. neuartige, teure Implantate).


Rechtliche Aspekte

Wahlleistungsangebote, wie die Wahlarztbehandlung und die Wahlleistung Unterkunft, unterliegen den Bestimmungen des § 17 KHEntgG. Gemäß dieses Paragraphen und landesrechtlichen Regelungen dürfen allgemeine Krankenhausleistungen durch Wahlleistungen nicht beeinträchtigt werden. Insoweit dürfen Behandlungsleistungen, die in Erfüllung des Versorgungsauftrages des Krankenhauses erbracht werden, nicht hinter medizinischen Wahlleistungen zurückstehen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Art der (medizinischen) Wahlleistungen, die das Krankenhaus erbringen will, der zuständigen Landesbehörde gem. § 17 Abs. 2 S. 2 KHEntgG zusammen mit dem Antrag auf Genehmigung der krankenhausindividuellen Basisfallwerte bzw. Pflegesätze mitzuteilen ist. Das Erbringen medizinischer Wahlleistungen ist in jedem Fall wie sonstige Behandlungen zu dokumentieren.


Organisatorische und operative Fehlerquellen

Gerade in Bezug auf die ordnungsgemäße Dokumentation sind bei Krankenhäusern in der Praxis Schwächen auszumachen. Diese reichen von einer unvollständigen Wahlleistungsvereinbarung (z. B. fehlende Unterschrift des Patienten), über mangelhafte Archivierung bzw. Digitalisierung, bis hin zu einer ganz ausbleibenden schriftlichen Wahlleistungsvereinbarung – obwohl Leistungen erbracht werden. In Streitsituationen kann dies fatal sein und eine vollständige Erlösgenerierung verhindern.
Bei der ärztlichen Wahlleistung ist zu beachten, dass der im Wahlleistungsvertrag genannte Arzt die Hauptleistungen persönlich zu erbringen und zu dokumentieren (Anspruchsgrundlage für die Abrechnung!) hat. Dazu gehören die Aufnahmeuntersuchung, die Visiten, chirurgische Eingriffe sowie die Ein- und Ausleitung der Anästhesie. Wenn es nach Vertragsabschluss aufgrund von unvorhersehbarer Ereignisse zu einer Abwesenheit des Chefarztes kommt, ist eine Vertretung durch den ständigen ärztlichen Vertreter zulässig. Dieser muss in der Wahlleistungsvereinbarung aufgelistet sein. Bei vorhersehbarer Abwesenheit ist unbedingt auf eine individuelle Vereinbarung mit dem Patienten zu achten, in der sich der Patient mit einem Vertreter oder Behandlungsalternativen einverstanden erklärt hat.


Autor: Johanna Hilgen
Quelle: KU Gesundheitsmanagement 1/2019


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