VUD: in Kliniken investieren!


Berlin. Nach Veröffentlichung des Jahresgutachtens des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sich der Verband der Universitätsklinika Deutschlands dafür ausgesprochen, durch Investitionen Beschäftigung und Innovation in den Kliniken zu stärken.
Das dieser Tage veröffentlichte Gutachten fordert von der Bundesregierung öffentliche Ausgaben, um die ins Trudeln geratene Wirtschaft zu stützen. Dabei empfiehlt der Rat unter anderem die Modernisierung des Straßen- und Schienennetzes. Durch öffentliche Ausgaben soll die Bauwirtschaft gestützt werden.
Statt Straßenbau als Konjunkturprogramm solle die Bundesregierung damit eine Infrastruktur ausbauen, die zielgerichtet im Inland produktiv sei und Werte schaffe, sagte dazu VUD-Generalsekretär Rüdiger Strehl. Investitionen in Universitätsklinika stärkten nicht nur kurzfristig die heimische Industrie. Als Standortfaktoren seien Uniklinika Schrittmacher für den Mittelstand in der Pharma-, Medizinprodukte-Industrie und den Life Sciences. „Ganz“ nebenbei verbesserten sie außerdem die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, so Strehl.
Zu weiteren Privatisierungen dürfe es nicht kommen, sagte Prof. Jörg Siewert, erster Vorsitzender des VUD. Universitätsklinika seien Kristallisationspunkte für Entwicklungen in den Gesundheitswissenschaften. Die deutsche Hochschulmedizin drohe aufgrund der unzureichenden Finanzierung im internationalen Vergleich den Anschluss zu verlieren. Die Chance, im Rahmen von Konjunkturförderungsmaßnahmen auch die Uniklinika zu unterstützen, dürfe auf keinen Fall vertan werden.
Die Universitätsklinika in Deutschland kommen auf einen jährlichen Umsatz von rund 13 Mrd. Euro und beschäftigen rund 165.000 Personen. Zzum Vergleich: Die Automobilindustrie beschäftigt bei 290 Mrd. Euro Umsatz 744.500 Mitarbeiter.