"Von der Pflege für die Pflege"

Heidelberg. Zwölf Krankenpflegerinnen aus Serbien und Bosnien-Herzegowina verstärken ab sofort die Patientenversorgung am Universitätsklinikum Heidelberg. Sie sind die ersten Kandidatinnen, die über ein "Triple Win"-Projekt an das Klinikum gekommen sind.

© Universitätsklinikum Heidelberg


Das Programm der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vermittelt - fair und transparent - Pflegekräfte aus dem Ausland an deutsche Arbeitgeber. Ab sofort arbeiten die Fachkräfte in Neurologischer Klinik, Neurochirurgischer Klinik und Kinderklinik. "Wir freuen uns sehr, dass sich die zwölf neuen Mitarbeiterinnen für unser Universitätsklinikum entschieden haben. Sie sind eine wichtige Unterstützung für unsere Pflege-Teams", so Pflegedirektor Edgar Reisch bei der Begrüßung Ende September. Anfang 2018 soll eine zweite Gruppe Fachkräfte aus dem Ausland nach Heidelberg kommen.

 

"Am Universitätsklinikum Heidelberg kann ich mich in meinem Beruf weiterbilden - ich bin sehr glücklich, dass ich die Chance bekommen habe, hier in der Neurologie zu arbeiten", sagt Lidija Kelemen aus Serbien.

 

Deutschlandweit verschärft sich der Fachkräftemangel in den Pflegeberufen. Am Universitätsklinikum Heidelberg setzt die Pflegedirektion auf ein breit gefächertes Programm, um Pflegende an das Haus zu binden und neue Kollegen zu gewinnen: Eine Pflegekampagne unter dem Leitspruch "Du wirst wachsen" legt den Fokus auf die Entwicklungsmöglichkeiten für Pflegekräfte am Universitätsklinikum Heidelberg und soll Fachkräfte aus dem Inland für die Arbeit am Klinikum gewinnen. Dank des vielfältigen Aufgabenspektrums entwickeln sich Pflegende am Universitätsklinikum kontinuierlich weiter; sie wachsen mit jedem Arbeitstag und jeder Fort- oder Weiterbildung. Diese Botschaften tragen die eigenen Mitarbeiter nach außen, z.B. auf Job-Messen, in Social Media Kanälen oder bei Sport-Events. Gleichzeitig hilft das Strukturprogramm "Heidelberger Expertise im Pflegedienst", kurz HEP 2020, die Pflegeexpertise am Universitätsklinikum auszubauen und damit die Arbeitsbedingungen für Pflegende zu optimieren. "Kernaspekt ist die durchgängige Beteiligung der Pflege - das Motto lautet "von der Pflege für die Pflege"", betont Pflegedirektor Edgar Reisch. So gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, die sich mit wichtigen Zukunftsthemen für den Pflegeberuf befassen - von der Arbeitszeitgestaltung bis zur Akademisierung der Pflege. Ein breites Angebot von Fort- und Weiterbildungen macht das Haus attraktiv für Fachkräfte. An der hauseigenen Akademie für Gesundheitsberufe bildet das Universitätsklinikum die Pflegekräfte von morgen aus.

 

Sprachkurse und intensive Betreuung durch Pflegekräfte des Universitätsklinikum

Die Neuankömmlinge haben sich gut auf ihre Arbeit in Heidelberg vorbereitet: alle sprechen bereits gut Deutsch und haben eine Schulung zu den Besonderheiten der Krankenpflege in Deutschland besucht. In den nächsten drei Monaten stehen täglich drei Stunden Deutsch-Unterricht auf dem Tagesplan der zwölf Frauen. Bis Weihnachten wollen alle das B2-Sprachniveau erreichen - essenziell für die Arbeit mit den Patienten in den Kliniken. Eine gute Betreuung gehört bei "Triple Win" dazu. So haben die Initiatoren - Rayk Oemus, stellvertretende Pflegedienstleitung in der Kopfklinik, und Tobias Aurig, stellvertretende Pflegedienstleitung der Kinder-, Frauen- und Hautklinik - ein umfassendes Betreuungsprogramm erarbeitet: Sie haben sich um Wohnraum gekümmert, begleiten die Neuankömmlinge zu den Ämtern und helfen bei den notwendigen Versicherungen. Tatkräftige Unterstützung haben sie dabei von zwei gebürtigen Serbinnen, Marijana Krcic-Mastilovic und Snjezana Krcic-Jankovic, die beide bereits seit fast 30 Jahren als Krankenpflegerinnen am Universitätsklinikum Heidelberg arbeiten.

 

Wichtiges Ziel von Triple Win ist es, die Interessen aller Beteiligter zu wahren, sodass am Ende alle gewinnen: Die Pflegekräfte kommen ausschließlich aus Ländern, in denen es einen Fachkräfteüberschuss gibt. Lohndumping oder eine Verschuldung der Fachkräfte werden konsequent vermieden. So übernimmt das Universitätsklinikum die Reisekosten und finanziert den Sprachkurs, der zu Hälfte in der Arbeitszeit und zur Hälfte während der Freizeit besucht. Der neue Mitarbeiter kann sich in Deutschland beruflich entwickeln und zu fairen Löhnen und Bedingungen arbeiten. Der Arbeitgeber gewinnt wertvolle Arbeitskräfte.

 

 

Quelle: www.uni-heidelberg.de