Trotz Nachfrage nach Spezialisten: Mitarbeiter bleiben Generalisten

München. Die Mehrheit der Arbeitnehmer und Freelancer wollen in Zukunft Generalist bleiben – obwohl 64 Prozent mit einer erhöhten Nachfrage nach Spezialisten rechnen, so die Ergebnisse der dritten So arbeitet Deutschland-Trendstudie, die die Personalberatung SThree unter rund 1.000 Teilnehmern durchführte.


Ziel der Befragung ist der Vergleich zwischen Wunsch und Wirklichkeit der Arbeitswelt von Berufstätigen in Deutschland. Laut Umfrage hat Deutschland bei der Diversität auf dem Chefsessel noch Nachholbedarf. 75 Prozent der Chefs in Deutschland sind männlich – und nur neun Prozent der Befragten wünschen sich explizit eine Chefin. Außerdem besteht bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch Luft nach oben.

Spezialisten gesucht, Allrounder gefunden
Insgesamt ist der Großteil der Befragten der Meinung, sich im Berufsleben richtig entschieden zu haben: „Die So arbeitet Deutschland-Umfrage zeigt, dass viele Menschen in Deutschland nicht nur mit ihrer Fachausbildung durchaus zufrieden sind, sondern auch mit dem Berufsfeld selbst“, so Luuk Houtepen, Director Business Development bei SThree. „70 Prozent würden sich heute noch einmal für denselben Beruf entscheiden wie zu Beginn ihrer Ausbildung.“ Interessant dabei: Nur ein Prozent der Befragten würde heute eine Berufsausbildung statt eines Studiums wählen.

Zwar glauben 64 Prozent, dass Unternehmen in Zukunft stärker nach Spezialisten als nach Allroundern suchen werden. 64 Prozent bezeichnen sich jedoch selbst eher als einen Generalisten mit umfangreichem Wissen in mehreren Fachbereichen – und wollen dies auch bleiben. 55 Prozent sehen keinen Grund, sich zukünftig zum Spezialisten mit tiefgehendem Expertenwissen zu entwickeln.

Gretchenfrage: Kind oder Karriere?
Die Antwort auf die Frage nach Kind oder Karriere beantworten die meisten (46 Prozent) klar mit Familie – nur 24 Prozent würden sich im Zweifel für die Karriere entscheiden. Sind Kinder eine Karrierebremse? Immerhin wird zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bisher vor allem nur eine Maßnahme eingesetzt: 63 Prozent der Befragten können Arbeitszeit und -ort flexibel wählen – 67 Prozent wünschen sich das auch in Zukunft. Diese Flexibilität reicht den Befragten jedoch nicht, vielmehr hätten sie gerne zusätzlich Hilfe bei familiären Belangen (45 Prozent), wie Kinder in Ferienzeiten mitzubringen oder Sonderurlaub zur Pflege kranker Angehöriger. Ein weiteres Problem sind mangelnde Betreuungsplätze. 43 Prozent vermissen hier stärkere Unterstützung vom Arbeitgeber.

Wer führt besser: Mann oder Frau?
Nach wie vor sind die Chefetagen männlich geprägt. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer (75 Prozent) haben aktuell einen Mann als direkten Vorgesetzten. Die gute Nachricht: 72 Prozent scheinen keine Geschlechter-Präferenz in der Führung zu haben. Lediglich neun Prozent wünschen sich explizit eine weibliche und 19 Prozent eine männliche Führungskraft. „Sicherlich gibt es einzelne Führungskompetenzen, die Männern und andere, die eher Frauen zugeschrieben werden. Das zeigen auch die aktuellen Ergebnisse“, so Houtepen. „Unabhängig davon schätzen Mitarbeiter aber sowohl ihre weiblichen als auch männlichen Vorgesetzten gleichermaßen.“

 

Quelle: www.maisberger.com