Telemedizin: Startschuss für das erste deutsch-polnische Kinderkrebszentrum

Greifswald. Mit dem Startschuss für das erste telemedizinisch integrierte, deutsch-polnische Kinderkrebszentrum in Greifswald wurde ein neues Kapitel in der medizinischen Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Polen aufgeschlagen.

Foto: Manuela Janke/UMG


Auf einer gemeinsamen Veranstaltung in der Universitäts- und Hansestadt stellten die Projektpartner das Vorhaben erstmals öffentlich vor und unterzeichneten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Das grenzübergreifende Kinderkrebszentrum soll Mitte 2019 seine Arbeit aufnehmen. Dafür wurden EU-Fördergelder in Höhe von knapp über 2 Millionen Euro aus dem INTERREG-Programm 5a beantragt.

Der demografische Wandel stellt die Kinderheilkunde in der Euroregion Pomerania bereits seit einiger Zeit vor enorme Herausforderungen. Weniger Kinder und das altersbedingte Ausscheiden praktizierender Kinderärzte führen zu einer geringeren Versorgungsdichte. Für kleinere Kliniken wird es zunehmend schwieriger, Fachärzte in der Kinderheilkunde, so auch Kinderonkologen oder Kinderhämatologen zu gewinnen.
„Durch Telemedizin können spezialisierte Fachärzte an größeren Kliniken Kinderärzte oder Allgemeinärzte bei der Diagnose und der Therapieentscheidung unterstützen. Solche Schwerpunkteinrichtungen finden sich in der Euroregion Pomerania unter anderem an der Universitätsmedizin Greifswald sowie der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin“, erläuterte Projektleiter Prof. Holger Lode, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald.

„Insbesondere für schwer an Krebs erkrankte Kinder bieten diese beiden Einrichtungen diagnostische und therapeutische Möglichkeiten an, die woanders nicht zu finden sind. Mit unserem geplanten gemeinsamen Zentrum möchten wir allen Kindern der Region einen noch schnelleren Zugang zu den modernsten Therapien und damit zu besseren Heilungschancen ermöglichen.“ Darüber hinaus ist die Entwicklung und Durchführung einer grenzüberschreitenden Aus- und Weiterbildung sowie Forschung auf dem Gebiet der Kinderonkologie und der Aufbau eines deutsch-polnischen Expertenforums Kinderonkologie Teil des ambitionierten Konzeptes.

Quelle: www.medizin.uni-greifswald.de