Studie zum Stand der Palliativversorgung


Mainz. Die Universität Mainz hat die erste repräsentative Erhebung bundesweit zum Stand der Palliativversorgung gestartet.

Ziel der groß angelegten Studie in Rheinland-Pfalz ist es, den aktuellen Stand der Versorgungs- und Lebensqualität von Sterbenden und deren Angehörigen zu ermitteln. Ende September gehen Fragebogen an die Angehörigen von 5000 Verstorbenen in Rheinland-Pfalz.

„Schätzungsweise werden zurzeit deutlich weniger als 10 Prozent der Schwerstkranken und Sterbenden in Rheinland-Pfalz durch spezialisierte Hospiz- und Palliativeinrichtungen betreut. Genaue Zahlen kennen wir jedoch nicht“, sagt PD Dr. Martin Weber, Leiter der Interdisziplinären Einrichtung für Palliativmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. „Mit unserer Studie wollen wir feststellen, wer genau unter Einbeziehung von Hospiz- und Palliativdiensten versorgt wird und wie die Betreuung von den Angehörigen in den unterschiedlichen Versorgungsstrukturen erlebt wurde, damit die Versorgung von sterbenden Menschen und ihren Angehörigen künftig gezielt verbessert werden kann“, ergänzt Prof. Dr. Eva Münster, Juniorprofessorin für Sozialmedizin und Public Health am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Uni Mainz.

Einen unmittelbaren Nutzen der Studie sieht Dr. Dipl.-Psych. Sabine Fischbeck, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: „Wenn wir Erkenntnisse darüber schaffen, wie die soziale und auch die psychische Bedürfnislage der Schwerstkranken und die ihrer Angehörigen einzuschätzen ist, können palliative Betreuungsleistungen so auf sie abgestimmt werden, dass diese wirklich hilfreich sind.“