Mühlenkreiskliniken erzielen Rekordergebnis

Minden. Im sechsten Jahr in Folge erzielen die Mühlenkreiskliniken (MKK) einen positiven Jahresabschluss. Das Geschäftsjahr 2016 ist für die Mühlenkreiskliniken das erfolgreichste in der bisherigen Geschichte.

Dr. Olaf Bornemeier Dr. Kristin Drechsler (c) MKK


Der Jahresüberschuss des kommunalen Gesundheitskonzerns beläuft sich auf 6,1 Millionen Euro. Damit haben die Mühlenkreiskliniken zum sechsten Mal in Folge ein positives Jahresergebnis präsentieren können. Die aktuellen Zahlen und Einschätzungen zur Entwicklung des Unternehmens präsentierte der Vorstand der Mühlenkreiskliniken.

Ergebnis ist Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Besonders beeindruckend ist das Ergebnis im Hinblick auf die zusätzlichen Aufgaben, die 2016 durch die Übernahme der akademischen Forschung und Lehre in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum hinzugekommen sind. Seit Herbst 2016 lernen und forschen 63 junge Medizinstudierende an dem neuen Universitätsklinikum in Minden. Sie schließen in vier Semestern an den universitären Standorten in Minden, Herford, Bad Oeynhausen und Lübbecke ihr Medizinstudium ab.

Umsatz und Patientenzahl steigen
Im Jahr 2016 war eine gestiegene Zahl stationär behandelter Patienten (73.870) bei einem gleichzeitigen Anstieg der für die Abrechnung wichtigen Case-Mix-Punkte bei gleichbleibender Fallschwere (Case-Mix-Index) zu verzeichnen. Im Ergebnis ergibt sich daraus ein gestiegener Jahresumsatz von 334 Millionen Euro (2015) auf 358 Millionen Euro, ein Plus von sieben Prozent. Das EBITDA – also das operative Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – stieg leicht von 20,3 Millionen Euro auf 20,7 Millionen Euro. Bezogen auf den Umsatz ergibt sich eine EBITDA-Marge von etwa sechs Prozent. Das Jahresergebnis beläuft sich auf 6,1 Millionen Euro.

Kosten steigen schneller als Einnahmen
Gleichzeitig warnt der Vorstand davor, angesichts des hervorragenden Jahresergebnisses in zufriedene Untätigkeit zu verfallen. So sehen sich die Mühlenkreiskliniken stetig steigenden Kosten gegenüber. Allein die Kosten für Material sind 2016 um 5,1 Millionen Euro gestiegen. Die mit Abstand größte Steigerung ist dabei bei den medizinischen Sachkosten zu verzeichnen. Gleichzeitig versuchen die Kostenträger die Ertragsseite immer weiter zu drücken.

Mitarbeiterzahl steigt im Jahr 2016 erneut
Das Wachstum in allen Bereichen schlägt sich auch bei der Mitarbeiterzahl nieder. In den Jahren 2015 und 2016 wurden 180 Personen neu eingestellt. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 haben 4520 Personen in einem der sechs Standorte oder der Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken gearbeitet. Der Personalaufbau betrifft insbesondere den pflegerischen und ärztlichen Bereich. Allein in der Pflege sind mehr als 70 neue Stellen geschaffen worden. Zudem wurden knapp 30 neue Ärzte eingestellt. Gleichwohl hätten die Mühlenkreiskliniken noch mehr Mitarbeiter einstellen können. Es konnten 2016 im Jahresdurchschnitt 50 im Haushaltsplan ausgewiesene Vollzeitstellen nicht adäquat besetzt werden. Diese Stellen wurden mittlerweile zu einem großen Teil besetzt oder werden noch besetzt. Der nachhaltige Personalaufbau setzt sich 2017 fort.

Ausbildung ist den Mühlenkreiskliniken ein Herzensanliegen
Bei der Personalgewinnung geht der Klinikkonzern konsequent den eingeschlagenen Weg weiter. In der konzerneigenen Akademie für Gesundheitsberufe wird ein Großteil der benötigten Fachkräfte ausgebildet. An der Akademie werden acht Ausbildungsgänge sowie in Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld ein Duales Studium angeboten. Zudem gibt es zahlreiche Weiterbildungen. Um dem stetig wachsenden Fachkräftemangel in Pflegeberufen entgegen zu wirken, hat die Akademie einen zusätzlichen Kurs in der Gesundheits- und Krankenpflege eingerichtet. Mittlerweile starten jährlich fünf Krankenpflegekurse mit jeweils etwa 25 Teilnehmern. 
Neben der Ausbildung von pflegerischen Fachkräften engagieren sich die Mühlenkreiskliniken seit 2016 in Kooperation mit dem Klinikum Herford und dem Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen bei der Ausbildung von jungen Medizinern. Die Anmeldezahlen zeigen bereits jetzt, dass die Zahl der Absolventen ansteigen wird. Im zweiten Semester werden vermutlich bis zu 70 Studierende beginnen. Eine Steigerung auf bis zu 100 Plätze pro Jahr bei entsprechender Finanzierung ist nach Ansicht der Konzernleitung problemlos möglich.

Investitionen in Gebäude und Medizintechnik
Der Bau des Campusgebäudes war im Jahr 2016 die größte Investition der Mühlenkreiskliniken. 9,9 Millionen Euro hat der Bau gekostet, der innerhalb einer Bauzeit von nur zehn Monaten errichtet worden ist. Sowohl der Kosten- als auch der Zeitrahmen wurden dabei eingehalten. Neben Laboren, Büros, Seminar- und Aufenthaltsräumen für die Studierenden beinhaltet das Gebäude auch einen Hörsaal mit bis zu 300 Plätzen.

Aber auch in Medizintechnik wurde kräftig investiert, wie beispielsweise in ein neues Herzkatheterlabor am Johannes Wesling Klinikum (2,3 Millionen Euro), neue Endoskopieeinheiten am Krankenhaus Lübbecke-Rahden und am Krankenhaus Bad Oeynhausen (1,1 Millionen Euro) sowie einen Angiografieraum am Krankenhaus Bad Oeynhausen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 22,8 Millionen Euro investiert, davon allein 15,5 Millionen Euro aus Eigenmitteln. So haben die Mühlenkreiskliniken im Verlauf der vergangenen fünf Jahre 63 Millionen Euro investieren können. Neben den zwei großen je etwa zehn Millionen Euro teuren Baumaßnahmen (Campusgebäude und Umbau Rahden) wurden unzählige mittlere Baumaßnahmen und Anschaffungen getätigt. So beispielsweise ein neues Heizkraftwerk in Lübbecke (1,2 Millionen Euro), Stationserweiterungen in Bad Oeynhausen (eine Million Euro) und den Neubau der Operationssäle sowie der Intensivstation in der Auguste-Viktoria-Klinik (3,7 Millionen Euro). Auch in die IT-Technik wurde massiv investiert. Allein die Einführung eines modernen Krankenhausinformationssystems hat in den vergangenen fünf Jahren 1,8 Millionen Euro gekostet. 
Gleichzeitig konnten im vergangenen Jahr die Verbindlichkeiten des Unternehmens weiter reduziert werden. Waren es 2015 noch 189 Millionen Euro Schulden, beliefen sich die Verbindlichkeiten 2016 auf 164 Millionen Euro. Der größte Teil dieser Schulden stammt immer noch aus dem rund 280 Millionen Euro teuren Neubau des Johannes Wesling Klinikums vor zehn Jahren.

Ausblick 2017 – Für die Zukunft gut aufgestellt 
Für 2017 erwartet der Vorstand ein weiteres moderates Wachstum und einen erneut positiven Jahresabschluss. Als größte Investition ist ein neues Parkhaus am Standort des Johannes Wesling Klinikums geplant. Die Erweiterung der Parkfläche trägt den erhöhten Patienten- und Besucherzahlen sowie der gestiegenen Mitarbeiterzahl Rechnung. Aber auch an den anderen Standorten wird kontinuierlich investiert: in Lübbecke wird derzeit die Intensivstation kernsaniert und am Krankenhaus Bad Oeynhausen werden die Fassade und das Dach erneuert.
In diesem Zusammenhang freut sich der Vorstand der Mühlenkreiskliniken über die Ankündigung der neuen Landesregierung, Investitionen der Krankenhäuser stärker als bislang zu unterstützen. Insgesamt erwartet der Vorstand von der Politik mehr Verlässlichkeit. Welche Auswirkungen einige Gesetze haben, macht der Vorstandsvorsitzende am Beispiel des neuen sogenannten Fixkostendegressionsabschlags deutlich. Dieser Abschlag wird laut Gesetz im September 2017 zwischen Kliniken und Krankenkassen verhandelt, gilt aber für das gesamte Jahr 2017.
Ungeachtet der Unsicherheiten entwickeln die Mühlenkreiskliniken ihr medizinisches Angebot laufend fort. So wird in diesem Jahr das Angebot einer Multimodalen Schmerztherapie in Bad Oeynhausen aufgebaut. Die Multimodale Schmerztherapie ist ein ganzheitlicher Ansatz für Patienten mit chronischen Schmerzen. Durch den aufeinander abgestimmten Einsatz von Bewegungs-, Gesprächs- und Ergotherapie, aber auch medikamentöser Behandlung soll den Patienten ein besserer Umgang mit ihren Schmerzen ermöglicht werden. Weiterhin ist eine zusätzliche Tagesklinik für psychiatrische und psychosomatische Medizin in der Werre-Stadt in Planung.
Am Johannes Wesling Klinikum in Minden wird derzeit  das Leistungsangebot um die Plastische Chirurgie erweitert. Den Schwerpunkt soll hierbei bei der Rekonstruktion von Gliedmaßen nach Unfällen beziehungsweise nach großflächigen Entzündungen darstellen.
Bereits in Umsetzung ist das neue konzernweite Institut für Hygiene. Ab September 2017 wird Dr. Peter Witte das Institut als Direktor leiten. Zusammen mit 14 Hygienefachkräften sowie den hygienebeauftragten Ärzten ist er für die Weiterentwicklung und die Umsetzung des Hygieneplans zuständig. Das neue Institut für Hygiene ist direkt dem Vorstand unterstellt.
Aber auch mit der zukünftigen strategischen Entwicklung beschäftigen sich die Mühlenkreiskliniken. Derzeit wird ein medizinisches Strategieentwicklungskonzept erarbeitet, welches Entwicklungschancen und mögliche Schwerpunktbildungen für alle Standorte darstellen soll. Das Konzept soll zukünftig eine Entscheidungshilfe bei der Entwicklung des medizinischen Angebots der Mühlenkreiskliniken werden. 

Quelle: Pressemitteilung