Länger selbstbestimmt und mobil leben

Frankfurt am Main. AGAPLESION finanziert Forschungsprojekt zur Vermeidung von Stürzen bei geriatrischen Patienten

Quelle: FAU


Der Gesundheitskonzern AGAPLESION beweist mit einem weiteren digitalen Projekt Zukunftssinn und Innovationsgeist: In Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
führt der Konzern eine Langzeitstudie zur Sturzprophylaxe geriatrischer Patienten
durch. Mittels mobiler Sensoren an Schuhen analysieren die Wissenschaftler
und Ärzte den Gang der Patienten. So wollen sie ein mögliches Sturzrisiko frühzeitig
erkennen. Die AGAPLESION gAG stellt für das Projekt insgesamt 220.000
Euro zur Verfügung. Gestern gab die Projektsteuerungsgruppe offiziell den Startschuss
für die dreijährige Feldphase.
Durchgeführt wird das Forschungsprojekt im Frankfurter AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS
und im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG unter der Leitung von PD Dr.
Rupert Püllen, Chefarzt der Geriatrie in Frankfurt, und Dr. Matthias Müller-Schulz, Chefarzt
der Medizinisch-Geriatrischen Klinik in Hamburg.
Stürze in der ungewohnten Umgebung eines Krankenhauses sind ein hohes Risiko für geriatrische
Patienten und häufig auch folgenreich: Frakturen, chronische Schmerzen, bis hin
zu drohender Pflegebedürftigkeit und dem Verlust selbstbestimmten Lebens. Dr. Püllen
erklärt: „Wir möchten mit diesem Projekt einen Beitrag zur Sturzprävention im Krankenhaus
leisten, indem wir besonders sturzgefährdete Patienten frühzeitig identifizieren, damit
dann gezielt präventive Maßnahmen erfolgen können.“ Er verspricht sich von der Ganganalyse
einen echten und langfristigen Mehrwert für die Patienten.
Sein Hamburger Kollege Dr. Müller-Schulz ergänzt: „Unser Innovationsprojekt markiert
einen weiteren Fortschritt in der Sturzprophylaxe geriatrischer Patienten. Mit der Ganganalyse
wollen wir die Versorgungsqualität unserer Patienten nachhaltig verbessern. Wir werden
die Sensorik sowie die darüber gewonnenen Daten und Interpretationsmöglichkeiten
über mehrere Jahre hinweg testen und evaluieren. Wir sind sehr gespannt, welche neuen
Erkenntnisse wir dadurch für die Erhöhung der Patientensicherheit gewinnen.“
Möglichst alle gehfähigen Patienten, die über die Geriatrie der beiden Einrichtungen aufgenommen
werden, durchlaufen mit entsprechendem Einverständnis die Ganganalyse. Die
Sensorik an den Schuhen zeichnet sturz- und therapierelevante Gangparameter auf. Dazu
zählen u.a. Schrittdauer, -länge und -geschwindigkeit sowie Abhebe- und Aufsatzwinkel
des Fußes. Entwickelt wurde die Sensorik vom Lehrstuhl für Maschinelles Lernen und Datenanalytik
der FAU (Prof. Björn Eskofier) in Kooperation mit der Molekular-Neurologischen
Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen (Prof. Jochen Klucken). Als Produkt umgesetzt
wurde sie von der universitären Ausgründung Portabiles HealthCare Technologies
GmbH. Über mehrere Monate hinweg werden die Patienten zudem über Sturzhäufigkeit
und -angst sowie weitere Parameter befragt. Alle Daten werden zusammengetragen, ausgewertet
und fließen in die Sturzprognose ein.
Von dem hohen Potenzial des Projekts ist auch Dr. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender
AGAPLESION gAG, überzeugt: „Neben einer Verbesserung der individuellen Versorgung
einzelner Patienten können wir langfristig anonymisierte Datenmengen (Big Data) zur
Sturzwahrscheinlichkeit sammeln und generell für eine Verbesserung in der Behandlungsqualität
geriatrischer Patienten nutzen.“

Quelle: AGAPLESION gemeinnützige Aktiengesellschaft