Klinikum Stuttgart passt Behandlungspfad auf Pilotstationen an

Stuttgart. Mit dem Projekt "HuBerTDA" wird das Komplikationsrisiko für ältere Patienten gesenkt.

Quelle: www.klinikum-stuttgart.de


Etwa 20 Millionen Menschen werden in Deutschland jährlich im Krankenhaus stationär behandelt. Fast die Hälfte der stationären Patienten ist mindestens 65 Jahre alt. Die Wahrscheinlichkeit, im Krankenhaus ein Delir zu entwickeln, liegt nach Studien bei den über 65-Jährigen nach einer OP bei 30-50%, auf einer Intensivstation sogar bei 70-87%. Das Klinikum Stuttgart stellt sich dem Kampf gegen Demenz, Delir und Depression, auch die „drei D’s“ der Altersmedizin genannt.

Aus dem Projekt „HuBerTDA: Handeln im Hier und Jetzt! Bereit zum Demenz- und Alterssensiblen Krankenhaus!“ hat das Klinikum Stuttgart gezielte Maßnahmen abgeleitet und auf Pilotstationen bereits umgesetzt. Der Medizinische Vorstand des Klinikums Stuttgart, Prof. Jan Steffen Jürgensen, betont: „Delirien kritisch Kranker sind ein häufiges und gravierendes gesellschaftliches Problem. Erfolgreiche Präventionsstrategien helfen den Patienten unmittelbar.“

Mit steigendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit für kognitive Veränderungen. Abläufe im Krankenhaus sind jedoch häufig auf körperliche Erkrankungen fokussiert. Um kognitiv beeinträchtigte ältere Patienten mit Demenz, Delir oder Depression frühzeitig zu erkennen, hat das Klinikum Stuttgart vor über drei Jahren das Projekt „HuBerTDA“ entwickelt. Es wurde zunächst in der interdisziplinären Notaufnahme und auf einer orthopädischen Pilotstation eingeführt. Das Klinikum Stuttgart hat in den Pilotstationen den gesamten Behandlungspfad älterer Patienten angepasst. Speziell geschulte Pflegefachkräfte identifizieren gefährdete Patienten schon bei der Aufnahme mit einem geriatrischen Risikoscreening und verordnen individuelle, nicht medikamentöse Interventionen wie tägliche Besuche, Gesellschaftsspiele, Bewegungsübungen, Mahlzeitenbegleitung etc. Bislang wurden mehr als 50 Patienten auf diese Art betreut. Bei Bedarf können Demenzkoordinatoren oder die Kollegen aus der Geriatrie beratend zur Seite stehen.

Das Projekt HuBerTDA ist Teil des Förderprogramms „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ der Robert Bosch Stiftung und wird mit einem Volumen von rund 100.000 € gefördert. Die Projektlaufzeit beträgt 3,5 Jahre, welche am 30.04.2019 endet.

Quelle: www.klinikum-stuttgart.de