Klinikum Region Hannover (KRH): 2017 war das Jahr der Weichenstellung

Hannover. Das Klinikum Region Hannover (KRH) hat 2017 seinen Zukunftskurs erfolgreich fortgesetzt.

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Nach einer schwierigen Phase in den Vorjahren gelang es dem Gesundheitsunternehmen zum zweiten Mal in Folge, auch operativ ein deutlich positives Ergebnis zu erreichen und gleichzeitig die Weichen für eine nachhaltige Sicherung und Entwicklung der wohnortnahen medizinischen Versorgung in der Region Hannover mit ihren 1,2 Millionen Menschen zu stellen. Im Jahr 2017 erwirtschaftete das Unternehmen ein um Sondereffekte bereinigtes Konzernergebnis von fast 5 Millionen Euro.

In diesem Ergebnis sind alle Tochtergesellschaften des Unternehmens mit der KRH Psychiatrie GmbH, der KRH Servicegesellschaft mbH, der KRH ambulant GmbH sowie der KRH Labor GmbH berücksichtigt. Im Vorjahr lag der Vergleichswert bei 3,7 Millionen Euro. Das tatsächliche Konzernergebnis, mit dem Sondereffekt aus dem Verkauf von drei Immobilien, liegt 2017 bei 21,8 Millionen Euro. Den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2017 hat der Aufsichtsrat der KRH Klinikum Region Hannover GmbH in seiner jüngsten Sitzung festgestellt. Der Jahresabschluss wurde von der PricewaterhouseCoopers GmbH Hannover geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Zufrieden mit Entwicklung

„Die Region Hannover als Eigentümerin dieses bundesweit drittgrößten kommunalen Krankenhauskonzerns ist sehr zufrieden mit der aktuellen Entwicklung“, stellt Regionspräsident Hauke Jagau fest. „Geschäftsführung und Belegschaft ist es 2017 gelungen, den richtigen Spagat zwischen notwendigen Wirtschaftlichkeitsbestrebungen und der zukunftsfähigen Entwicklung des medizinischen Versorgungsangebotes zu schaffen. Angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen in der bundesdeutschen Gesundheitslandschaft, ist dies bemerkenswert.“ Elke Nobel, Stellvertretende Vorsitzende des KRH Aufsichtsrates, ergänzt: „Ich möchte mich bei den Beschäftigten des KRH bedanken. Sie haben große strukturelle Veränderungen mittragen müssen. Das beinhaltet zusätzliche Belastungen für alle. Das verdient unser aller Respekt und Anerkennung.“

Investitionen 2017

„Nach dem erstmals positiven Jahresergebnis in 2016 konnten wir diesen positiven Trend in 2017 wie geplant weiter verbessern“, freut sich Barbara Schulte, KRH Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur. „Wir konnten daher den harten Kurs der reinen Konsolidierung verlassen und wieder in Wachstumsbereiche und die Modernisierung investieren.“ Insgesamt konnte das KRH 2017 19,2 Millionen Euro investieren. 2016 waren es noch 15,7 Millionen Euro. Die Mittel flossen unter anderem in die Modernisierung von Stationen und die Installation eines einen neuen CT Gerätes im KRH Klinikum Laatzen sowie die Modernisierung der Radiologie am KRH Klinikum Nordstadt mit dem Aufbau eines neuen MRT-Gerätes. Dem Unternehmen gelang es außerdem, die betrieblichen Erträge zu steigern. Sie lagen 2017 bei 614 Millionen Euro im Vergleich zu 593 Millionen Euro in 2016. Grund dafür sind zum einen die bereits erwähnten Einmaleffekten und die Steigerung der Leistungsentgelte durch die Kostenträger. Außerdem stieg der durchschnittliche Schweregrad der Behandlungsbedürftigkeit pro Patient im somatischen Bereich auf 1,025 (CMI). Der Vorjahreswert lag bei 1,014 (CMI). Die wirtschaftliche Gesundung des Konzerns wird auch deutlich, wenn man sich die Eigenkapitalquote ansieht. Diese stieg von 9,0 Prozent im Jahr 2016 auf jetzt 12,1 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter lag 2017 durchschnittlich bei 7.777 und damit ungefähr auf Vorjahresniveau (7.795). Aufgrund des hohen Anteils an Teilzeitbeschäftigten liegt die durchschnittliche Anzahl der Vollkraftstellen bei 5.446. Das sind 30 weniger als ein Jahr zuvor. Der leichte Rückgang ist dem aktuell spürbaren Fachkräftemangel geschuldet. Dies schlägt sich auch in dem leichten Rückgang bei den Behandlungsfällen nieder. Im Bereich der somatischen Kliniken waren es 2017 121.468 Fälle und damit etwa 2.000 Fälle weniger als im Vorjahr. In den psychiatrischen Kliniken wird diese Leistung in Belegungstagen gemessen. Diese blieb nahezu konstant bei 277.250.

Bundestrend auch beim KRH

„Der bundesweit festzustellende Mangel an Fachkräften ist bei uns angekommen. Das war 2017 bereits deutlich zu spüren“, erläutert Michael Born, KRH Geschäftsführer Personal. Aufgrund nichtbesetzter Stellen konnten beispielsweise nicht so viele Operationen durchgeführt werden wie geplant waren. „Wir haben deshalb ein ganzes Maßnahmenbündel auf den Weg gebracht, um die Attraktivität der Pflegeberufe und der Ausbildungen in diesem Bereich zu steigern.“ Im Herbst 2017 gründete das Gesundheitsunternehmen die zentrale KRH Akademie, in der alle Ausbildungsgänge zentral zusammengefasst sind. Hier zeigen sich bereits erste Erfolge der Zentralisierungsstrategie. So hat sich die Zahl der Bewerbungen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ungefähr verdoppelt. In der KRH Akademie werden derzeit etwa 600 junge Menschen in Gesundheitsberufen ausgebildet. „Außerdem arbeiten wir an Projekten, um Pflegekräfte stärker von Dokumentations- und berufsfremden Aufgaben zu entlasten, beispielsweise durch neue IT-Unterstützung oder Servicekräfte“, so Born weiter.

Herausforderungen müssen noch gemeistert werden

Neben dem Fachkräftemangel stellte sich die bauliche Infrastruktur als weiteres Hemmnis für eine stärkere Leistungsentwicklung dar. „Durch das Ergebnis 2017 haben wir mehr Spielräume gewonnen, um auch aus eigener Kraft mehr gestalten zu können“, verdeutlicht KRH Geschäftsführer Medizin Dr. Matthias Bracht die positive Entwicklung und Strategie des KRH. Trotzdem brauche das Unternehmen weiter Unterstützung, um den vorhandenen Investitionsstau zu überwinden. „In baulichen Strukturen aus den letzten Jahrhunderten die Medizin und Pflege von heute und morgen anbieten zu wollen, wird immer herausfordernder.

Zukunftsprogramm gestartet

Die Umsetzung der Medizinstrategie 2020 ist auch in 2017 konsequent fortgesetzt worden. Dazu gehört die Weiterentwicklung der Altersmedizin, die Verbesserung der Versorgung durch telemedizinisch vernetzte Angebote und die Konzentration komplexer Behandlungen. Außerdem hat das KRH ein umfangreiches Zukunftsprogramm gestartet. Unter dem Motto „KRH: Gemeinsam Zukunft gestalten“ wurde auf einer breiten Beteiligungsbasis ein Projektfahrplan entwickelt, wie sich das KRH auf die zukünftigen Herausforderungen und Entwicklungen einstellen will. Dabei wurden Themenfelder wie die Optimierung von Behandlungsprozessen, Digitalisierung, Arbeitgeberattraktivität, Innovative Behandlungsansätze oder auch die weitere standortübergreifende Vernetzung benannt. Ein essentieller Baustein dieses Zukunftsprogramms ist die Weiterentwicklung der Medizinstrategie 2020. „Unsere Beschäftigten haben in den zurückliegenden Monaten viel erreicht. Dafür danken wir ihnen ausdrücklich“, so die KRH Geschäftsführung. „Wir als Leitungsgremium investieren viel Zeit und Engagement in die Kommunikation mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf allen Ebenen. Das werden wir auch weiterhin, denn wir wissen, dass wir ein gemeinsames Führungs- und Verantwortungsverständnis brauchen, um die vor uns liegenden notwendigen Veränderungsschritte gehen zu können. Unsere Verantwortung ist es, die Beschäftigten mitzunehmen, um gemeinsam die medizinische Versorgung für die Menschen in der Region Hannover zu sichern und das KRH nachhaltig wirtschaftlich zu entwickeln.“

Quelle: www.krh.eu