Klinikum Darmstadt: Geburtshilfe und Notfallversorgung an einem Standort

Darmstadt. Die Geburtshilfe des Marienhospitals und dessen Stationen für Innere Medizin und Weaning werden in das Klinikum Darmstadt integriert.

Foto: ©Klinikum Darmstadt GmbH


Die Klinikleitung reagiert mit der Umstrukturierung darauf, dass Gesetzgeber und Gemeinsamer Bundesausschuss in den vergangenen Jahren mehrfach die Qualitätsanforderungen verschärft und den Kliniken in Deutschland eine strenge Ausrichtung an Qualitätsindikatoren als Planungsgrundlage vorgeschrieben haben. „Mit den geänderten Vorgaben wird letztlich eine Strukturbereinigung vorangetrieben, der wir uns stellen müssen“, erklärte dazu Geschäftsführer Clemens Maurer. „Offensichtlich verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, dass kleine Krankenhäuser, die die geforderten Strukturmerkmale nicht erfüllen können, geschlossen werden“, so Maurer. In einem 115-Betten-Haus wie dem Marienhospital könne unter diesen Voraussetzungen der Betrieb der bestehenden Abteilungen nicht regelkonform aufrechterhalten werden.

Umstrukturierung wegen Einbrüchen bei Patientenzahlen 

Als eine Konsequenz daraus nimmt das Haus beispielsweise nicht mehr an der gestuften Notfallversorgungen teil. Auch suchen immer mehr Gebärende Geburtskliniken auf, die – anders als das Marienhospital – eine Frühgeborenen-Intensivstation und eine 24-stündige Anwesenheit von Neonatologen und Anästhesisten vorhalten (Perinatalzentren). Das begrenzte Leistungsspektrum habe zu Einbrüchen bei den Patientenzahlen und zu Fachkräftemangel am Standort Marienhospital geführt, erläutert der medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Nawid Khaladj. Bevor die Situation weiter eskaliere und die Patientenversorgung nicht mehr rund um die Uhr gewährleistet werden kann, müsse die Klinikleitung die Strukturen an die bestehenden Rahmenbedingungen anpassen.

Die Klinikum Darmstadt GmbH hatte das Marienhospital 2015 übernommen und erhebliche Investitionen darauf verwendet, das Krankenhaus als festen und etablierten Bestandteil des medizinischen Versorgungsangebots der südhessischen Stadt zu sichern. Die Entwicklung hin zu deutlich gestiegenen gesetzlichen Vorgaben sei zu dem Zeitpunkt noch nicht absehbar gewesen, die Konsequenzen nun aber gravierend. „Das hat viele unserer Bemühungen zunichte gemacht“, so Khaladj. Die Konzentration der Leistungen am Klinikum Darmstadt sei daher ein folgerichtiger Schritt, stärke insbesondere die Geburtshilfe und Notfallversorgung und auch die Qualität der Behandlung am Standort Innenstadt insgesamt, der bis zum Jahreswechsel 2020/21 mit einem Zentralen Neubau aufgewertet wird.

Arbeitsplatzgarantie für alle Mitarbeiter

Die Geschäftsführung der Klinikum Darmstadt GmbH betont ausdrücklich, dass mit der Umstrukturierung kein Stellenabbau einhergehen wird. Im Gegenteil erwartet die Klinikleitung, dass die Stärkung des Darmstädter Hauptstandortes langfristig dazu führen wird, dass neue Arbeitsplätze entstehen können

Der Standort Marienhospital wird vollständig erhalten und nach Sanierung und Umbaumaßnahmen künftig mit neuem Nutzungskonzept weiterbetrieben. Einziehen wird voraussichtlich im Herbst 2020 die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, die sich noch im Stadtteil Eberstadt befindet.

Quelle: www.klinikum-darmstadt.de