Internationales Ausbildungszentrum für Robotische Chirurgie

Siegen. Marien Kliniken – St. Marien-Krankenhaus Siegen hat sich in zwei Jahren als ein international anerkanntes Ausbildungszentrum für Robotische Chirurgie etabliert.

Quelle: www.mariengesellschaft.de


Im März 2017 wurde im St. Marien-Krankenhaus der Operationsroboter „Senhance“ vorgestellt; damals der erste Roboter dieser Art in Deutschland. Ziel war es schon damals, Siegen als Ausbildungszentrum für die neue Technologie zu etablieren. Mehrere hundert Eingriffe konnten seitdem erfolgreich durchgeführt werden, und insbesondere in der Fachwelt wurde das von Siegen aus gestartete Verfahren überaus positiv aufgenommen. Schon nach zwei Jahren hat sich die Chirurgische Klinik von Chefarzt Prof. Dr. med. Frank Willeke sich dann auch als eines der weltweit führenden Ausbildungszentren für diese Robotertechnologie etabliert.


Über 150 Chirurgen von 40 nationalen und internationalen Kliniken, davon fast 30 ausländische Kliniken und über 20 Universitätskliniken – alleine sechs Universitäts- und Großkliniken aus dem „Mutterland der Digitalisierung“, den USA – waren in den vergangenen zwei Jahren zu Gast im Ausbildungszentrum für robotische Chirurgie im St. Marien-Krankenhaus. Dort ließen sie sich von Prof. (Saitama Med. Univ.) Dr. med. Dietmar Stephan, Leiter der Abteilung für Minimal-invasive und robotische Chirurgie, sowohl die Möglichkeiten dieses Systems in der täglichen Routine aufzeigen als auch wertvolle Impulse und Tipps für die Arbeit mit der robotische Chirurgie geben. „Die Chirurgische Klinik des St. Marien-Krankenhaus ist inzwischen die Klinik mit der weltweit größten Erfahrung mit dem sog. Senhance System“, so Prof. Stephan. Es wurden seit knapp zwei Jahren über 300 Robotik-Operationen durchgeführt.


Bei dem System sitzt der Operateur mit 3D-Brille an einer Steuerkonsole – in leichter Entfernung vom Operationstisch – und bedient dessen robotischen Instrumentenarme. Die hochauflösenden Bilder in 16-facher Vergrößerung aus dem Bauchraum sind dabei übersichtlicher als den Blick durch die klassische Operations-Lupe bei einer offenen Operation. Beugt sich der Operateur vor, zoomt die Kamera heran, dreht er den Kopf, schwenkt das Bild – ein Eye-Tracking-System verfolgt seine Augenbewegungen und steuert damit die Kamera, die früher ein weiterer Mediziner per mündlicher Ansage steuern musste. Die Roboter-Arme sind für den Operateur in ergonomisch geeigneter Position leicht zu bedienen. Kein (leichtes) Zittern der Hand beeinträchtigt sein Arbeiten. So sind auch präzisere Schnitte im Zehntel-Millimeter-Bereich möglich. „Das System ermöglicht es dem Operateur, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Er ist, anders als bei einem klassischen minimal-invasiven Eingriff, nicht durch eine unangenehme, einschränkende Haltung am Operations-Tisch beeinträchtigt“, so Prof. Stephan.


Prof. Dietmar Stephan hat, insbesondere in den USA zahlreiche Vorträge bei verschiedenen hochkarätigen Kongressen zu diesem Thema gehalten. So referierte er 2017 und 2018 jeweils beim größten US-amerikanischen Chirurgenkongress, der „Jahrestagung des American College of Surgeons“ in San Diego und Boston; ebenso bei internationalen Kongressen in London, Moskau und Seattle.
Ein neuer Meilenstein in der Ausbildung wird nun am 22. Januar gesetzt. Die erste Live Übertragung einer Robotic-OP aus dem St. Marien-Krankenhaus in die USA nach Orlando zum Florida Hospital. Ärzte und Mitarbeiter können dort die Operation in Echtzeit verfolgen und während der Operation Fragen an Prof. Stephan stellen; eine ausgefeilte Übertragungstechnik ist hierfür notwendig. Es ist geplant, solche Live Übertragungen in die USA und andere Länder regelmäßig durchzuführen.

Quelle: www.mariengesellschaft.de