„Heimspiel“: BVB-Südtribüne feuert per Video- Projektion junge Patienten im Kinder-MRT an

Dortmund. Gänsehaut im Klinikum: Wenn die komplette Südtribüne des BVB jubelt, wird die eigentliche Untersuchung fast zur Nebensache. Genau das ist das Prinzip des Kinder-MRT, das seit dem 12. Dezember 2017 eine ganz besondere Projektion im Programm hat.


Die Spezial-Beamer können seither nämlich in dem MRT-Raum auch ein atmosphärisch einmaliges Video über die Fans der schwarz-gelben „Wand“ projizieren. Das Video mit dem Titel „Heimspiel“ wurde vom Filmemacher Adolf Winkelmann produziert und finanziell ermöglicht durch die BVB-Stiftung „leuchte auf“, die Sparda-Bank Dortmund sowie durch die BVB-Spieler André Schürle, Shinji Kagawa, Marco Reus, Sven Bender und Sokratis Papastathopoulos. Insgesamt hat das Videoprojekt 30.000 Euro gekostet.

 

Die Herausforderung bei der Produktion habe darin bestanden, die Fan-Euphorie des Stadions so einzufangen, dass sie beruhigend auf Patienten wirkt, erklärte Winkelmann. Zudem sei die Ton-Übertragung auf die Kopfhörer, die der Patient während der MRT-Untersuchung trägt, nicht auf üblichem Wege möglich. Ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomograph) arbeitet schließlich mit Magnetismus, weshalb klassische Kopfhörer mit Bestandteilen aus Metall nicht benutzt werden können. Im Kinder-MRT wird die Schallwelle daher mittels eines komplexen Luftdruck-Verfahrens an das Ohr transportiert. Dies musste bei der Tonbearbeitung berücksichtigt werden.

 

Ziel des Kinder-MRT ist es, die oft noch sehr, sehr jungen Patienten durch projizierte Bewegtbilder abzulenken, damit sie in dem Gerät für die Untersuchung ruhig liegen bleiben. Vor der Anschaffung des Kinder-MRT gelang dies meist nur durch Narkose. Darauf können die Ärzte des Klinikums Dortmund inzwischen vielfach verzichten. Seit Eröffnung des Kinder-MRT konnten bereits mehr als 1.000 Kinder von diesem neuen Ansatz der stress- und angstfreien profitieren.

 

Das Kinder-MRT ist ein Projekt des Westfälischen Kinderzentrums und der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie, welches durch Spendengelder von Unternehmen, Fanclubs und Privatpersonen sowie eine Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert werden konnte.

 

Quelle: Klinikum Dortmund