Geschäftsbericht und Kennzahlen 2017 aller Kliniken des Ortenau Klinikums

Ortenau. Spagat zwischen Behandlungsqualität, menschlicher Zuwendung, den anvertrauten Patentinnen und Patienten und wirtschaftlichem Handeln im veröffentlichten Geschäftsbericht 2017.

Quelle: www.ortenau-klinikum.de


Geschäftsführer Christian Keller betont im Rahmen der Kennzahlen und Veröffentlichung besonders: „Das Ortenau Klinikum leistet einen wesentlichen Beitrag zur hervorragenden medizinischen Versorgung der Menschen im Ortenaukreis. Aufgrund der umfangreichen fachlichen Expertise unserer Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Therapeuten und Therapeutinnen und weiterer Berufsgruppen ist es uns möglich, über die Grund- und Basisversorgung hinaus Spitzenmedizin auf qualitativ höchstem Niveau zu gewährleisten."

„Der wachsende finanzielle Druck hat auch 2017 Spuren in unserem Betriebsergebnis hinterlassen", so Keller. „Dennoch ist das Ortenau Klinikum medizinisch-strategisch gut aufgestellt und hat einen hohen Patientenzuspruch. Die in der Vergangenheit eingeleiteten strategischen Maßnahmen zur Weiterentwicklung des medizinischen Leistungsspektrums haben schon im Geschäftsjahr 2017 dazu beigetragen, den Jahresfehlbetrag des Vorjahres um rund 1,8 Mio. Euro zu mindern. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich dieser Trend, trotz schwieriger Rahmenbedingungen, im aktuellen Geschäftsjahr 2018 fortsetzen wird.

Geschäftsumfeld

Mit der Lebenserwartung und dem Lebensstandard steigen auch die Anforderungen an das Gesundheitswesen. Im Ortenau Klinikum wurden 2017 insgesamt 78.086 Patienten stationär behandelt. Dies sind 647 Patienten weniger als 2016. Die Zahl der ambulanten Operationen ist mit 11.451 gegenüber dem Vorjahr um 144 zurückgegangen. Die Umsätze sind um 6,1 Mio. EUR gestiegen. Die Zahl der Vollstellen ist mit 3.659 weitgehend stabil geblieben. Die Bereitschaft des Gesetzgebers, mehr Qualität und den medizinischen Fortschritt durch höhere Budgets zu honorieren, ist jedoch nach wie vor gering.

Geschäftsentwicklung

Die Tariferhöhungen lagen 2017 bei 3,71 %. Der Budgetanstieg betrug aufgrund bundesweiter Vorgabe 2,5 %. Mit dem restlichen Personalkostenanstieg wurden die Krankenhäuser alleingelassen. Dem Ortenau Klinikum verbleibt dadurch eine dauerhafte Unterfinanzierung von rund 3,1 Mio. EUR. Angesichts dieser Rahmenbedingungen ist das Ergebnis 2017 erklärbar. Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass seit Einführung der Budgetdeckelung die Tariflöhne weitaus stärker gestiegen sind als die Budgets. Die Tarifabschlüsse werden im Rahmen der Tarifautonomie zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern frei ausgehandelt. Die Steigerungsraten des Krankenhausbudgets werden hingegen vom Gesetzgeber zur Wahrung der Beitragssatzstabilität der gesetzlichen Krankenversicherungen vorgegeben. In der Übersicht erkennt man, dass zwischen 1995 und 2017 der Personalkostenanstieg 41 Prozentpunkte über dem Budgetanstieg lag. Die politischen Rahmenbedingungen treiben somit immer mehr Kliniken in die Verlustzone.

Bewertung der künftigen Chancen und Risiken

Laufende Projekte bieten keine Hinweise auf bestandsgefährdende Risiken. Allerdings werden politische und gesetzliche Rahmenbedingungen wie staatliche Budgetierung, Krankenhausplanung, Fallpauschale „DRG“, Qualitätsvorgaben, Mindestmengen sowie der Fachkräftemangel insbesondere im ärztlichen und pflegerischen Bereich die weitere Entwicklung im Gesundheitswesen beeinflussen. Der Wettbewerbsdruck verschärft die Situation zusätzlich. Die Nachfrage nach unseren Angeboten ist insgesamt betrachtet positiv. Allerdings können die Tarifabschlüsse seit Jahren nicht voll über Budgeterhöhungen finanziert werden.

Den ausführlichen Bericht 2017 finden Sie hier.

Quelle: www.ortenau-klinikum.de