Gefragt mit...

Fabian Hempel, 39, Kaufmännischer Leiter Kliniken und Institute Universitätsmedizin Greifswald


Angenommen Sie müssten den Beruf wechseln, was würden Sie tun?

Für Millennials ist ein Berufswechsel mittlerweile Alltag. In der Generation meiner Eltern war ein Berufswechsel oftmals mit starken Ängsten verbunden. Ich liege irgendwo dazwischen. Trotzdem würde ich einem Wechsel grundsätzlich mehr Positives als Negatives abgewinnen. Ich komme aus einer Pädagogenfamilie und habe daher immer einen Bezug zu diesem Berufsfeld gehabt. Der derzeitige Lehrermangel tut dann sein Übriges und ich könnte mir gut vorstellen, der Familientradition zu folgen.

Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

Bei einem Blick in meinen Freundeskreis stelle ich immer wieder fest, wie wenig handwerklich versiert ich bin. Ich kann weder Autos reparieren noch an PCs herumschrauben oder die Waschmaschine wieder in Gang setzen. Mir fehlt hier jegliche Sorglosigkeit, es einfach auszuprobieren. Zuletzt fehlt mir im Berufsleben oftmals eine gewisse Nachsichtigkeit im Umgang mit Terminverschiebungen, unklaren Prozessverantwortlichkeiten etc.

Gab es einen Menschen in Ihrem Leben, der Sie verändert hat?

Ich habe das große Glück, seit vielen Jahren einen Coach an meiner Seite zu haben. Ich bespreche mit ihm nicht nur berufliche Themen, sondern auch Privates. Ich kenne leider viele Führungskräfte, die den Mehrwert eines Coaches nicht nachvollziehen können und den Austausch als Schwäche betrachten. Ich bin davon überzeugt: Coaching macht einen besser! 

Was würde mich an Ihnen überraschen?

In der Freizeit gucke ich mir, sofern sich die Gelegenheit ergibt, die aktuellen Bundestagsdebatten in der Mediathek auf bundestag.de an. Schon als Jugendlicher war ich politisch interessiert und habe damals direkt nach Schulschluss viel Phoenix geguckt. Über Youtube kann man heute auch die politischen Debatten im House of Commons (Unterhaus) des Parlaments des Vereinigten Königreichs verfolgen – ganz großes Kino. Hier kann man viel über Schlagfertigkeit beim Austausch von Argumenten sowie der Form der Rede und Gegenrede lernen. Achten Sie auch auf die Rolle des Speakers. Er lenkt die Sitzung weniger formalistisch als der Bundestagspräsident und kann somit die Wortgefechte viel mehr beeinflussen. Falls Sie sich angesprochen fühlen, so empfehle ich Ihnen Debatten aus der Zeit der Premierships von Tony Blair oder David Cameron.

Was ist Ihre Lieblings-App auf dem Smartphone?

Ich bin ein Kind der 1990er. Wir haben damals sämtliche Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport, Wetter usw. über den Videotext unseres Fernsehers bezogen. Heute lese ich die Nachrichten über die ARD Text-App, meine Lieblings-App. Seite 100 Startseite, Seite 130 Wirtschaft, Seite 170 Wetter, Seite 200 Sport. Alles wie früher, nur eben nicht mehr auf dem Fernseher, sondern auf dem Smartphone.

 

Quelle: KU Gesundheitsmanagement 12/2018