Gefragt mit...

Dr. Nicolas Krämer, 44, Kfm. Geschäftsführer Städtische Kliniken Neuss - Lukaskrankenhaus - GmbH


Angenommen, Sie müssten den Beruf wechseln, was würden Sie tun?

Häuser bauen. Das habe ich gelernt. Ich bin Beton- und Stahlbetonbauer, habe auch einen Gesellenbrief. Oder: als Fußballmanager arbeiten. Das habe ich nicht gelernt, bilde mir aber ein, dass… Na gut, das ist nicht ganz ernst gemeint. Tatsächlich hoffe ich doch, dass ich nicht zu einem Berufswechsel gezwungen sein werde. Ein Krankenhaus als Kaufmännischer Geschäftsführer zu leiten, das Tagesgeschäft zu steuern und die Zukunft des Hauses für die Patienten und die Mitarbeiter zu sichern, ist so spannend, dassmir ein Berufswechsel tatsächlich äußerst schwerfallen würde.

Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

Geduld. Gelassenheit. Geduld.
Und jetzt zur nächsten Frage, bitte.

Gab es einen Menschen in Ihrem Leben, der Sie verändert hat?

Meine Mutter und mein Vater haben mich stark geprägt. Verändert hat mich zunächst einmal mein Fußballtrainer Richard Wenzing. Von der C-Jugend bis zum Herrenbereich hat er mich beim ETV Hamburg, dem Eimsbütteler Turnverband, trainiert. Zur Firmung bekam ich von ihm das Buch „Der Mann aus Philadelphia“ von Richard P. Powell. Eine Kernbotschaft der Familiensaga lautet: Entscheide dich! Und im Umkehrschluss habe ich gelernt, dass die schlechteste Entscheidung die ist, die gar nicht getroffen wird. Der zweite Mensch, der mich verändert hat, ist sicherlich Christian Keller, mein Freund und Trauzeuge. Der Schwimmweltmeister hat mir den Gedanken „Der Tiger im Herzen muss stärker sein als der innere Schweinehund“ nahe gebracht, und das nachdrücklich. Geholfen hat er mir damit zum Beispiel in Phasen der Arbeit zu meiner Dissertation über „Strategisches Kostenmanagement im Krankenhaus“. Aufgeben war keine Option! Und drittens ist da natürlich noch meine Tochter Amélie.

Genauer: Amélie Olivia Krämer. AOK sozusagen, damit gleich klar ist, in welchem Bereich der Papa tätig ist. Sie hat ihren Vater verändert, wie nur eine Tochter das eben kann.

Was würde mich an Ihnen überraschen?

Dass ich Ihnen das Evangelium des Tages mit auf den Weg geben kann, und zwar immer. Für mich ist das eine wirkliche Stütze zum Tagesbeginn. Gleich, was mich erwartet, egal, wie viele Meetings, Konferenzen oder Vorträge bevorstehen: Ein Moment der Besinnung am Morgen, ein Blick auf das Wesentliche, das wohl jedes Evangelium hergibt, hilft mir und ist für mich mittlerweile einfach selbstverständlich geworden.

Was ist Ihre Lieblings-App auf dem Smartphone?

Die Facebook-App mit der Seite des Neusser Lukaskrankenhauses (lukasneuss.de). Schauen Sie doch mal rein! Wir bieten eine schöne Mischung aus Klinikalltag, Nachrichten und Emotionen. Die zweite App, die ich täglich nutze, findet man unter evangelizo.org. Womit wir wieder bei der Antwort auf die vorangegangene Frage sind. Und, ich gebe es zu, gleichberechtigt steht die App des HSV daneben. Bitte keine Bemerkungen jetzt. Als Hamburger Jung stehe ich zu meinem Verein – immer.

 

Quelle: KU Gesundheitsmanagement 8/2018