Düsterer Blick in die Zukunft


Berlin. Das Krankenhaus Barometer 2008 zeigt auf Sturm. „Seit Jahren haben die Krankenhäuser nicht mehr so pessimistisch und sorgenvoll in die Zukunft geschaut“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum bei der Vorstellung der Befragung Ende Oktober in Berlin.

Das sind die Fakten: Die Anzahl der Krankenhäuser liegt mit rund 30 Prozent unverändert hoch. Im Vergleich zu 2006 hat sich in 2007 in jeweils rund einem Drittel der Krankenhäuser das Jahresergebnis verschlechtert (36%), in einem weiteren Drittel (33%) ist es gestiegen, oder weitgehend konstant geblieben (30%). Aber zum ersten Mal seit 2004 ist der Anteil der Häuser mit einem verschlechterten Jahresergebnis größer als der mit einem verbesserten Ergebnis. Für das kommende Jahr erwartet jedes zweite Krankenhaus eine weitere Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Situation.

Die Ursachen sind bekannt: Deutliche Kostensteigerungen von rund acht Mrd. Euro für die Jahre 2008 und 2009. Die erwarteten Vergütungszuwächse durch bestehende bzw. anstehende gesetzliche Regelungen betragen rund drei Mrd. Euro. Und auch die scheinen inzwischen nicht mehr sicher. Offenbar beschäftigt man sich im Bundesgesundheitsministerium auf Intervention der Krankenkassen gerade mit Kürzungsvorschlägen für den Klinikbereich.

Bereits jedes 10. Krankenhaus arbeitet mit einem Notlagentarifvertrag, um über die Runden zu kommen. Das strukturelle Defizit von rund fünf Mrd. Euro bedeute, dass 20.000 Arbeitsplätze abgebaut werden müssten, so Baum. Eine absurde Situation, wenn auf der anderen Seite 21.000 Pflegekräfte neu eingestellt werden sollen. Hier ist übrigens der Vorschlag der DKG, nicht 21.000 zusätzliche Schwestern und Pfleger zu 70 Prozent über die Kassen finanzieren zu lassen, sondern 14.000 voll zu finanzieren. „Dann werden sie auch tatsächlich eingestellt“. Angesichts der wirtschaftlichen Schieflage vieler Kliniken sei es ansonsten unwahrscheinlich, dass die 30 Prozent des Lohns, die vom Arbeitgeber zu tragen wären, überhaupt gezahlt werden könnten, erklärte der DKG-Hauptgeschäftsführer.

Ein weiterer Vorschlag der Krankenhausseite: Das im Gesetzentwurf vorgesehene Hilfsvolumen sollte als fester prozentualer Aufschlag auf die Fallpauschalenpreise gestaltet werden. Nach der jetzt vorgesehenen Regelung müssten langwierige Verhandlungen mit dem Spitzenverband der Kassen geführt werden, das könne sich bis Mitte 2009 hinziehen und viele Häuser in Liquiditätsprobleme bringen, denn die höheren Löhne müssten ja ab Januar gezahlt werden.