Berliner Kliniken weisen Vorwürfe möglicher Falschabrechnung zurück


Berlin. Die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) widerspricht dem durch den Jahresbericht des MDK Berlin-Brandenburg entstandenen Eindruck vorsätzlicher Falschabrechnungen durch Krankenhäuser mit Nachdruck. „Der vermittelte Eindruck, Krankenhäuser würden im beträchtlichen Maße zu Lasten der Krankenkassen falsch abrechnen, geht an der Realität vorbei und ist völlig falsch“, so Uwe Slama, Geschäftsführer der BKG.

Fakt ist, dass berlinweit bei ca. 800 000 Behandlungsfällen der Anteil der Einzelfallprüfungen jährlich ca. 12 Prozent beträgt. Die Krankenkassen lassen hierbei durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) bereits gezielt nur die Krankenhausfälle überprüfen, bei denen sie sich nach einer computergesteuerten Vorprüfung Kürzungsmöglichkeiten erhoffen. Nach intensiver Prüfung durch den MDK bleiben mehr als 95 Prozent der Klinikrechnungen letztlich unbeanstandet.

Der überwiegende Teil der MDK-Prüfungen bezieht sich nicht auf die sachlich-fachliche Abrechnungsprüfung, sondern auf die nachträgliche Infragestellung der von den Kliniken in der akuten Phase der Patientenversorgung tatsächlich erbrachten medizinischen Leistungen. Bspw. ist häufigster Prüfgrund die Streitfrage, ob ein Patient einen Tag früher hätte entlassen werden können. Hierbei wurden die Leistungen durch das Krankenhaus zweifelsfrei tatsächlich erbracht und die entsprechenden Kosten sind entstanden. Die Verantwortung für den Patienten trägt der behandelnde Krankenhausarzt und nicht der MDK-Arzt. Die angeblich falsch abgerechneten Fälle spiegeln daher nur die einseitige rückblickende Meinung des MDK-Arztes wider, während der Krankenhausarzt am Krankenbett entscheiden muss, ob er den Patienten entlässt oder nicht.

Bei den restlichen Abrechnungsprüfungen stellt sich das DRG-Abrechnungsverfahren als hoch komplexes System dar, so dass sich zwangsläufig Interpretationsspielräume ergeben. Denn die Vergütung bei der Behandlung eines Patienten beruht u. a. auf einer Kombination aus ca. 13 000 möglichen Diagnosen und ca. 29 000 möglichen Prozeduren.

Quelle: www.bkgev.de