Bedarfsgerechte Hilfen im Alter

Das Projekt "Dorfgemeinschaft 2.0" des Vereins Gesundheitsregion EUREGIO wird vom Bundesforschungsministerium mit fünf Millionen Euro gefördert. Die Bekanntgabe der Entscheidung wird in Neuenhaus (Grafschaft Bentheim) freudig begrüßt. Foto: Franz Frieling


Osnabrück/Lingen/Nordhorn. Mit dem Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ hat sich der Verein Gesundheitsregion EUREGIO mit mehr als 120 Mitgliedern ein anspruchsvolles Ziel gesetzt. Die Grafschaft Bentheim und das südliche Emsland wollen sich mit konkreten Schritten auf den demografischen Wandel vorbereiten. Wissenschaftlich begleitet wird der Verein von der Universität und Hochschule Osnabrück. Jetzt hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Modellvorhaben bundesweit als eines von fünf Projekten für eine Förderung ausgewählt. Die Förderhöhe liegt bei rund fünf Millionen Euro. Projektstart ist am 1. November.
Elf Projektpartner haben sich im Verein Gesundheitsregion EUREGIO zusammengeschlossen, um mit Unterstützung des Bundes den demografischen Wandel im ländlichen Raum zu meistern. „Teamwork und Beharrlichkeit haben sich ausgezahlt. Wir haben nun die Chance, die traditionellen Errungenschaften innovativ und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Das ist ein großer Tag für unsere Region, die damit deutschlandweit eine Vorreiterrolle bei der Lösung demografischer Fragestellungen einnehmen wird“, so Thomas Nerlinger, Projektleiter und Geschäftsführer der Gesundheitsregion EUREGIO.
Dabei geht es um rollende Arztpraxen, e-Mobilität, Smart Home-Technologien, altersgerechte Mensch-Technik-Interaktion, aber auch um Satellitenstützpunkte im ländlichen Raum, die den älteren Bürgern in wichtigen Fragen des Alltags und Lebens weiterhelfen und dazu beitragen sollen, dass sie möglichst lange unabhängig in ihrem gewohnten Umfeld leben können. 4.400 ältere Bürger und 2.000 junge Menschen wurden bereits nach ihren Bedürfnissen befragt. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Ingmar Ickerott (Betriebswirtschaftslehre, Hochschule Osnabrück), Prof. Dr. Hartmut Remmers (Pflegewissenschaft, Universität Osnabrück), Prof. Dr. Stefanie Seeling (Pflegewissenschaft, Hochschule Osnabrück) und Prof. Dr. Frank Teuteberg (Wirtschaftsinformatik, Universität Osnabrück).
Die bislang wichtigsten Ergebnisse der Voruntersuchungen: Die Grafschafter wollen möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Noch wichtiger als ein intaktes Umfeld sind ihnen gute nachbarschaftliche Beziehungen und erreichbare Nahversorgungsangebote.
Gegenseitige Hilfe ist in beiden Altersgruppen gefragt. So gaben 43 % der älteren Mitbürger an, Hilfe von Familienangehörigen in Anspruch zu nehmen, 18 % verlassen sich auf die Hilfe von Nachbarn und Freunden. Aber 37,5 % gaben an, dass sie niemanden hätten, der ihnen hilft.
„Effizienz durch Bündelung“ ist der Ansatz vieler Projekte, die eine flächendeckende Versorgung und Pflege im ländlichen Raum sicherstellen sollen. Das Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“, an dem mehr als 50 mittelständische Unternehmen aus der Region mitwirken, wird im Rahmen der Förderlinie InnovaKomm für fünf Jahre gefördert. 121 Projektideen waren beim BMBF eingereicht worden, nur fünf erhielten einen Zuschlag.

Quelle: www.uni-osnabrueck.de