Bayerische Krankenhausgesellschaft fordert gemeinsame Anstrengung in der Krankenhausversorgung

München. Vertreter des bayerischen Gesundheitswesens treffen sich bei der Mitgliederversammlung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft.


Mehr Nachwuchs für die Krankenpflege, bessere Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern und die Digitalisierung vorantreiben, das sind laut Bayerischer Krankenhausgesellschaft (BKG) die herausragenden Zukunftsaufgaben für die Kliniken. Darauf wies der BKG-Vorsitzende Franz Stumpf am Freitag bei der Mitgliederversammlung des Krankenhausverbandes in München hin.

 

Und er verknüpfte dies mit einem Appell an die Politik und alle Akteure im Gesundheitswesen: „Wir brauchen dazu mehr Gemeinsamkeit und ein anderes Verständnis der Krankenhausversorgung.“

 

Krankenhausversorgung werde viel zu wenig als wichtiger Bestandteil eines attraktiven Wirtschaftsstandortes wahrgenommen, der zugleich mit hohem Einsatz der Beschäftigten die wohnortnahe Gesundheitsversorgung sicherstelle. Stumpf bedauerte, dass in der öffentlichen Diskussion meist nur von Missständen die Rede sei und die „segensreiche Arbeit unserer Mitarbeiter“ ignoriert werde.

 

Um die aktuellen Personalprobleme in der Pflege langfristig zu lösen, schlug Stumpf „ein Aktionsbündnis auf breiter Basis“ vor, um junge Menschen zum Einstieg in ein Berufsleben in der Pflege zu bewegen. „Wir dürfen dabei die aktuelle Situation in der Pflege nicht schönreden, sollten sie aber auch nicht schlechter darstellen, als sie ist“ mahnte er.

 

BKG-Geschäftsführer Siegfried Hasenbein wies darauf hin, dass niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser allein schon aufgrund des Ärzte-Nachwuchsmangels sich künftig gegenseitig mehr unterstützen müssten. Denn Patienten wünschten eine bestmögliche Versorgung und hätten kein Verständnis für Abgrenzungen zwischen den beiden Sektoren.

 

Die Digitalisierung sieht die BKG für die Krankenhäuser als ein „Megathema“ der nächsten Jahre. Aufgrund der Innovationskraft und hoch technisierter Einrichtungen sei in den Kliniken die Veränderungsdynamik besonders groß. Um international den Anschluss nicht zu verlieren, müssten nun erkennbare Fortschritte erzielt werden und Bund und Länder dafür notwendige Finanzmittel zur Verfügung stellen.

 

Bei seiner Forderung nach mehr Gemeinsamkeit bezog Stumpf auch die Politiker mit ein und sparte nicht mit Kritik am derzeitigen Stillstand der Politik, die sich momentan im „Stand-by-Modus“ befände. Es stünden große Herausforderungen an und jedermann warte auf eine handlungsfähige Regierung. Bei der Regierungsbildung erlebe man aber Taktieren, gegenseitige Vorhaltungen und Zeitverlust. Stumpf kommentierte dies mit dem Ausspruch von Karl Valentin „Hoffentlich wird´s nicht so schlimm, wie´s schon ist“.

 

Quelle: Bayerische Krankenhausgesellschaft