AKG: 2019 droht Einschränkung von notwendigen Intensivbetten

Dortmund. Die Arbeitsgemeinschaft kommunaler Großkrankenhäuser e.V. (AKG) betont, dass 2019 Einschränkungen von notwendigen Intensivbetten durch die neuen Pflegepersonaluntergrenzen drohen.

Quelle: www.akg-kliniken.de


Sollte die Pflegepersonaluntergrenzenverordnung wie geplant ab 1. Januar 2019 in Kraft treten, birgt dies erhebliche Gefahren für die Versorgung von schwerkranken Patientinnen und Patienten. Auf die bevorstehenden Risiken macht die Arbeitsgemeinschaft kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) aufmerksam. Zu dem Verein gehören 21 Krankenhausunternehmen. Sie stehen für etwa 8 Prozent der stationären Versorgung in Deutschland. Sie bilden als Krankenhäuser der höchsten Versorgungsstufen, insbesondere in der Notfall- und Intensivmedizin, eine tragende Säule der deutschen Gesundheitsversorgung. Die vorgesehen verbindliche Festschreibung der Pflegepersonaluntergrenzen birgt die Gefahr, dass Krankenhäuser benötigte Versorgungskapazitäten vom Netz nehmen müssen, um die Mindestbesetzungsstärken in den verbleibenden Bereichen erreichen zu können. Dazu der Vorstandsvorsitzende der AKG, Dr. Matthias Bracht: „Wir begrüßen alle Maßnahmen zur Verbesserung der Besetzungsstärken in der Pflege. Wer aber in der heutigen Mangelsituation an qualifizierten Intensivkräften, ohne angemessen Vorlauf, verbindliche Personalschlüssel festschreibt, die über den aktuellen Ist-Besetzungen liegen, nimmt zunehmende Versorgungsengpässe bei der Behandlung von schwerkranken Patienten in Kauf.“

Einschränkung von 10 bis 20 Prozent der Intensivkapazitäten droht 

Auf Basis einer internen Analyse der Daten aus 18 Mitgliedshäusern geht die AKG davon aus, dass viele Krankenhäuser in Deutschland Intensivbetten werden schließen müssen, um die Besetzungsstärke von examinierten Pflegekräften auf den gesetzeskonformen Stand erhöhen zu können. „Wir rechnen mit einer Einschränkung von 10 bis 20 Prozent der Intensivbetten“, verdeutlicht Helmut Schüttig, Geschäftsführer der AKG die Brisanz der Lage. Verschärfend dürfte sich außerdem die nicht realitätsnahe Fokussierung der Verordnung auf examinierte Pflegekräfte auswirken. In den zurückliegenden Jahren haben viele Krankenhäuser die Pflegekräfte durch andere Berufsgruppen auf Station unterstützen lassen. Zu dem Professionsmix gehören beispielsweise Stationsassistenten, die die Pflegenden von bürokratischen Aufgaben entlasten, medizinische Fachangestellte, die bei administrativen und bestimmten delegierbaren Leistungen unterstützen oder auch Speiseassistenten. Dieses Ergänzungspersonal wird in den aktuellen Plänen überhaupt nicht berücksichtigt.

Beabsichtigte Steigerung der Versorgungsqualität mehr als fraglich 

Die Versorgungswirklichkeit wird in der Verordnung nicht berücksichtigt, sondern der tages- und schichtgenaue Nachweis des Betreuungsschlüssels auf jeder einzelnen Station – völlig unabhängig vom tatsächlichen Versorgungsaufwand – festgeschrieben. Damit schwanken ab Januar die Intensivkapazitäten der Krankenhäuser mit den akuten Krankheitsverläufen der Pflegenden auf den Stationen. Wird in einer Schicht ein Beschäftigter mehr krank als durchschnittlich vorgesehen, müssen zwei bis drei Patienten verlegt werden. „Es ist zweifelhaft, ob sich auf diese Weise die Qualität und Sicherheit in der Patientenbehandlung verbessern lässt“, so der AKG Vorstandsvorsitzender Bracht.

Regelung verschärft den Fachkräftemangel 

Zudem suggeriert die Verordnung, dass die Krankenhäuser lediglich zusätzliche Stellen in der Pflege schaffen müssten, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. AKG Geschäftsführer Schüttig: „Dies ist mitnichten so: Nach unserer Einschätzung gibt es die benötigten Fachkräfte schlichtweg nicht auf dem Arbeitsmarkt.“ Selbst durch eine weitere Intensivierung der bereits großen Anstrengungen der AKG-Häuser im Bereich der Ausbildung und in Weiterqualifikation ist es nicht möglich, zu einer kurzfristigen Entlastung zu kommen. Um eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter anrechnungsfähig für die Pflegepersonaluntergrenzenverordnung qualifizieren zu können, ist nicht nur eine dreijährige Krankenpflegeausbildung erforderlich, sondern zusätzlich eine zweijährige Fachweiterbildung in Intensivpflege.

Die ausführliche Stellungnahme finden Sie hier.

Quelle: www.akg-kliniken.de